Die Styria-Zeitung "WirtschaftsBlatt" wird eingestellt

© APA/HERBERT NEUBAUER

Presse
08/16/2016

WirtschaftsBlatt sperrt im September zu

Eigentümer Styria verordnet Aus - Medienminister kündigt Reformen an.

von Philipp Wilhelmer

Das WirtschaftsBlatt ist in etwas mehr als zwei Wochen Geschichte. Das war das Ergebnis einer Managementsitzung am Dienstagabend. Über das Aus wurde seit Nachmittag spekuliert, verkündet hat es dann zunächst durch Chefreporter Günter Fritz.

Nur mehr bis zum 2. September

Demnach wird bereits am 2. September der Betrieb eingestellt. Das WirtschaftsBlatt gehört ebenso wie die Presse zur Grazer Styria Media Group. Die Zeitung wurde 1995 gegründet.

Die Styria Media Group bestätigte das Aus am Dienstagabend in einer Aussendung: Alle 66 betroffenen Mitarbeiter seien im Rahmen von Mitarbeiterversammlungen persönlich über die Lage informiert worden. Mit dem Betriebsrat werde ein Sozialplan verhandelt.

"Nicht refinanzierbar"

Im Zuge von mehreren Restrukturierungs- und Einsparungsetappen sei es in den letzten Jahren gelungen, die Verluste des WirtschaftsBlatts deutlich zu reduzieren und gleichzeitig die Qualität aufrecht zu erhalten. Ein Ausblick auf die Marktlage zeige aber klar, dass die Kosten des Betriebs auch künftig nicht vom Markt refinanzierbar seien, hieß es.

Betriebsrat: Scheitern war absehbar

Der Betriebsrat hat sich Dienstagabend in einer schriftlichen Stellungnahme "unendlich traurig" über die bevorstellende Einstellung der Styria-Zeitung gezeigt. "Der Versuch, die Kosten schneller herunterzufahren als die Umsätze und Leserzahlen, ist gescheitert", hieß es darin. Als "finaler Schlag" wurde die Zusammenführung mit der "Presse" im Jahr 2014 gewertet.

Drozda will Presseförderung neu forcieren

Medienminister Thomas Drozda bedauert die Einstellung. „Besonders schmerzt diese Entscheidung in Hinblick auf die Arbeitsplätze, die dadurch verloren gehen“, so Drozda. „Umso wichtiger ist es, dass wir nun im Herbst mit der Presseförderung Neu zügig voran kommen. Es kann und wird dabei nicht um die Etablierung eines Instruments der Verlustabdeckung gehen, sondern vielmehr darum, Kriterien wie die Qualität von Journalismus und die Ausbildung zu fördern. Letztlich müssen wir Rahmenbedingungen schaffen innerhalb derer der journalistische Content in all seinen Ausgabeformen im Mittelpunkt steht“, sagte der Minister.

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