Der Jubel wollte nicht enden: Meistersinger in der Tat

Georg Zeppenfeld als Hans Sachs, Peter Kellner als Nachtwächter
Die Wiederaufnahme von Richard Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg" an der Wiener Staatsoper in einer gültigen Inszenierung.

Von: Susanne Zobl

Die bleichen historischen Gewänder des Chors muten auf einen ersten Blick an, als wären Figuren einem Kupferstich entstiegen. Eine weitere Reihe tritt vor, diese in bunten Kleidern, so geht es weiter, bis in die Gegenwart. Jede Reihe des Chors symbolisiert eine Epoche. „Die Meistersinger von Nürnberg“ sind über alle Zeiten gültig, könnte man dieses Bild in Keith Warners Inszenierung der Richard-Wagner-Oper deuten.

Das ist nur eine der vielschichtigen Facetten dieser Produktion, die 2022 bei der Premiere an der Staatsoper mit größter Zustimmung aufgenommen wurde. Die ist bei der Wiederaufnahme ungebrochen. Denn der britische Regisseur demonstriert wie man Oper heute in modernem, zeitlosen Setting zeigen und dennoch die Geschichte präzise erzählen kann. Er legt den Fokus auf das Wesentliche, die Spannung zwischen Tradition und Erneuerung.

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