Neo-Vorstand Andreas  Großbauer will "die Balance zwischen Tradition und Weiterentwicklung wahren"

© APA/ROBERT JAEGER

Wiener Philharmoniker
09/11/2014

"Das Schiff ist weiter voll auf Kurs"

Der neue Vorstand Andreas Großbauer skizzierte seine Zukunftspläne.

von Peter Jarolin

Die eine Ära ist zu Ende, eine andere hat begonnen. Denn die Wiener Philharmoniker haben an ihrer Spitze einen "Generationswechsel" vollzogen. 17 Jahre lang war Clemens Hellsberg Vorstand des Elite-Orchesters; seit 1. September übt der 1974 geborene Geiger Andreas Großbauer diese Funktion aus. Mit ihm kam auch ein neues Team. So ist der zweite Geiger Harald Krumpöck neuer Geschäftsführer, als Vizevorstand und "Bindeglied zwischen den Generationen" fungiert sein Kollege Helmut Zehetner.

"Das Schiff Wiener Philharmoniker ist weiter voll auf Kurs", betonte Großbauer bei der Präsentation der neuen Führungsmannschaft. Er habe mit Hellsberg "hervorragend zusammengearbeitet"; wichtig sei "die Balance zwischen Tradition und Weiterentwicklung."

Qualität als Credo

"Es ist meine tiefste Überzeugung, dass wir das beste Orchester der Welt sind", so Großbauer, der auch zukünftig "in erster Linie auf Qualität" setzen will. Jüngere Dirigenten sollen an das Orchester gebunden werden, Märkte wie etwa China seien für die Philharmoniker auch interessant. Großbauer, der zuvor Organisator des Philharmonikerballs war und diese Position abgetreten hat, weiter: "Wir möchten die Herzen der Menschen berühren."

Ein klares Bekenntnis legt er zur Tätigkeit der Philharmoniker an der Staatsoper ab. "Die Staatsoper ist unser zweites Zuhause." Angesprochen auf den Rückzug von Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst: "Wir sind über sein Ausscheiden nicht glücklich. Er ist als Dirigent einer der ganz Großen. Als Philharmoniker haben wir eine gute Beziehung zu Welser-Möst und zu Operndirektor Dominique Meyer." Über die Konflikte zwischen Meyer und Welser-Möst: "Das ist wie in einer Beziehung. Wenn es nicht mehr geht, soll man sich trennen."

Braucht die Staatsoper einen neuen Generalmusikdirektor? "Kann sein, muss aber nicht sein. Sollte es keinen Generalmusikdirektor geben, macht’s auch nichts. Wir sind für alles offen."

Festgelegt hat man sich dafür beim Programm für das Neujahrskonzert 2015, das bekanntlich von Zubin Mehta geleitet wird. Neben Werken der Strauß-Dynastie gibt es im Rahmen dieses Konzerts sechs Erstaufführungen, darunter "Valse triste" von Jean Sibelius, dessen 150. Geburtstag die Musikwelt 2015 begeht.

Großbauer: "Wir wollen nicht nur mit dem Neujahrskonzert den Wiener Klang in die Welt hinaustragen, sondern auch durch Tourneen. Denn wir hängen an unserem einzigartigen Klang." Um diesen weiterzugeben, soll die Kinder-und Jugendarbeit weiter intensiviert werden. Denn, so Großbauer: "Die Zukunft gehört der Jugend."

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