Eine riesige Open-Air-Bühne - nur für die TV-Kameras

© Verena Braunegg

Kultur
05/14/2021

Wiener Festwochen: Eine Open-Air-Bühne als Potemkinsches Dorf?

Die Festwochen errichteten für die Eröffnung am Freitagabend eine riesige Freiluftbühne vor dem Rathaus - bloß für die Kameras.

von Thomas Trenkler

Heute, am 14. Mai, werden ab 21.20 Uhr die Wiener Festwochen eröffnet - mit einem Open-Air-Konzert auf dem Rathausplatz. Angekündigt sind unter anderem Mira Lu Kovacs, Ernst Molden, Die Strottern, das Herbert Pixner Projekt und so weiter. Coronabedingt findet das Konzert ohne Publikum, nur für die TV-Kameras statt. Und so stellt sich die Frage, ob die riesigen Aufbauten vor dem Rathaus nicht ein Potemkinsches Dorf sind. Hätten die Veranstalter nicht eines der Theaterhäuser nutzen können, die den Betrieb erst wieder am 19. Mai aufnehmen dürfen?

Wolfgang Wais, Geschäftsführer der Wiener Festwochen, bekennt zwar ein, dass die Situation "grotesk" ist. Aber man hatte immerzu die Hoffnung, doch vor realem Publikum spielen zu können: "Wir hätten schnell eine Tribüne mit Sitzplätzen errichtet." Zudem fiel die Entscheidung, dass ORF 2 und 3sat das Konzert übertragen, schon letztes Jahr.

Und Teil des Spektakels ist der "Festumzug" von Choreografin Florentina Holzinger zusammen mit Anja Plaschg alias Soap&Skin. In dieser viertelstündigen "Intervention" im Rahmen von "70 Jahre Festwochen - Ein Konzert" stellen sich protzige Kraftfahrzeuge (zwei LKW, sechs PKW) und waghalsige Performerinnen einer Leistungsschau: "In dem glänzenden Fuhrpark scheinen Körper und Maschine schon längst symbiotisch zu sein. Stunts, Crashtests, okkultes Fitnessstudio – hier gibt die Choreografie aus vollem Körpereinsatz im Takt mit den Getrieben den Rhythmus vor."

Laut Wolfgang Wais wäre es unmöglich, diesen "Festumzug" in eine Veranstaltungshalle (etwa im Museumsquartier) "zu quetschen".  Außerdem würde ein solcher Bühnenaufbau gar nicht so viel kosten. Ein Theater anzumieten käme wohl ähnlich teuer. 

Auf die Eröffnung folgt zunächst nicht viel. Aufgrund der Pandemie hat man sich entschlossen, das Festival in zwei Etappen stattfinden zu lassen. Der erste Teil mit Aufführungen erstreckt sich von 3. Juni bis Mitte Juli, der zweite von 24. August bis Mitte September. 

Unmittelbar danach geht Wolfgang Wais in Pension. Der Job wurde ausgeschrieben. Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler kündigte eine Entscheidung bis Ende Mai an. Gerüchteweise soll Artemis Vakianis sehr gute Chancen haben. Sie war von 2010 bis 2014 „Managing Director“ beim "steirischen herbst" - also zu einer Zeit, als Kaup-Hasler Intendantin des Festivals war. Und Kaup-Hasler bestellte Vakianis 2019 zum Mitglied im Aufsichtsrat der Wiener Festwochen.

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