Kultur
03.03.2015

Auf der Suche nach der Gegenwart

Die Performance „Whiteout“ feierte am Montag Premiere im Wiener mo.e.

Es ist nichts Alltägliches, was von 2-7. März in der Thelemangasse 4 passiert. Unter der Regie von Martina Maggale wird eine Theater-Performance dargeboten, die das Publikum auf eine Reise tief hinein in eine Eiswüste und letztlich zurück zu sich selbst mitnimmt.

Ein „Whiteout“ nennt man nun eigentlich ein Wetterphänomen, bei dem der Horizont scheinbar verschwindet. Dieses Verschwinden ist ein zentrales Motiv der Performance. Immer wieder thematisiert sie das Verlorensein in den unendlichen weiten der Arktis, die Einsamkeit und das Losgesondertsein von einer Gruppe.

Außergewöhnlich

Das gelingt auf ganz außergewöhnliche Weise. Das Publikum betritt zunächst ein dunkles Zimmer, wo es durch einige Fenster auf einen spärlich blau beleuchteten Raum sehen kann, durch den sich die Performer scheinbar schwerelos bewegen. Schließlich wird die Tür geöffnet und das Publikum, das hier längst nicht mehr nur Zuseher ist, wird langsam in den zweiten Raum hinein gelassen.

Dort wird nicht nur eine schauspielerisch überraschend unkonventionelle Performance dargeboten, sondern ein Programm für alle Sinne. Ein faszinierendes Visual- und Sounddesign sorgt dafür, dass man sich mitten in Wien tatsächlich wie am Polarmeer fühlt.

Neben dem spannenden, zeitweise sogar akrobatischen Schauspiel der jungen Performer, gilt es vor allem das experimentelle Cellospiel des Lukas Lauermann hervorzuheben, das auch akustisch für die richtige Wirkung sorgt.

Für Freunde der Performance-Kunst ist "Whiteout" mit Sicherheit ein emotionales und sinnliches Erlebnis, an dessem Ende man sich wünscht, diese Welt aus Sprache, Bildern und Klängen noch nicht verlassen zu müssen.