Hauptkommissar Benedikt Beissl (Kabarettist Andreas Giebel, re.) und Kollege Jerry Paulsen (Peter Marton) ermitteln

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Kultur
05/29/2019

"Watzmann ermittelt": In der Heimat rinnt das Blut

Die ARD-Krimi-Serie (18.30 Uhr) mit dem Wiener Peter Marton entwickelt sich zum neuen Vorabend-Hit.

Barbara Gruber, eine schillernde Figur der Berchtesgadener Politszene, wird kurz vor den Landtagswahlen in ihrem Haus erschlagen. Knapp davor war sie in eine Party eines politischen Gegners geplatzt. Hat der seine unliebsame Konkurrentin aus dem Weg geräumt?

Ein neues Polizisten-Duo hat gut zu tun im Berchtesgadener Land. Und das Publikum, so viel steht nach den ersten Folgen der Vorabend-Serie „Watzmann ermittelt“ (18.30, ARD) fest, schaut gern zu, wenn der hier fest verwurzelte Hauptkommissar Benedikt Beissl (Kabarettist Andreas Giebel) und Kollege Jerry Paulsen (Peter Marton) ermitteln. In deren Arbeitsverhältnis steckt einige Brisanz. Hier „der alt eingesessene Sheriff “, dort der sportlich-coole Jerry. „Der kommt vom LKA, aus der Großstadt, kennt deren Hektik und ist mit einem ganz anderen Tempo in seinem Job groß geworden. Da gibt es einiges, was die beiden als Typen unterscheidet und wo sie sich erst mit der Zeit finden müssen“, erzählt Peter Marton dem KURIER.

Dazu kommt ein feines, familiäres Detail: Beissls Tochter Johanna und Jerry sind ein Paar. „Die Tochter rauben und das Revier streitig machen – wenn du dich da mal nicht übernimmst, mein Freund“, hatte die Journalistin dem Ehemann in spe am ersten Arbeitstag an der Seite ihres Vaters scherzhaft mitgegeben.

Gewaltige Kulisse

„Man darf sich als Zuseher von der Konstellation aber nicht in die Irre führen lassen. Andreas (Giebel) ist sehr witzig und in den Geschichten ist natürlich einiger Humor drin, aber die Serie ist nicht als Komödie konzipiert. Wie im echten Leben darf also viel gelacht werden, aber es ist nicht ‚Hubert ohne Staller‘, erklärt der gebürtige Wiener. „Es ist ein Vorabend-Krimi mit sehr starkem Heimatgefühl, das einfließt – Berchtesgaden hat sozusagen die dritte Hauptrolle. Die Kulisse, der Watzmann, das ist ja auch wirklich gewaltig.“

Marton ist von Bühnen in Deutschland und Österreich bekannt – ab 7. Juni spielt der 36-Jährige beim Festival für zeitgenössisches Theater in Puchberg am Schneeberg. Das breite Publikum aber kennt ihn aus „Copstories“ und vor allem den „Vorstadtweibern“, wo er den Callboy Timo und Vater des Kindes von Maria (Gerti Drassl) gab.

War das die Eintrittskarte zu dieser Serie? „Ich habe ganz ehrlich keine Ahnung, da bleibt ja stets viel im Verborgenen. Ich habe – so wie immer – auch diesmal ein Casting gemacht, denn da waren auch andere Kollegen im Gespräch. Natürlich wäre es schön, wenn die erste Staffel beim Publikum ankommt und eine zweite folgen würde.“ Bevor es wieder heimelig werden kann, hat der zweisprachige Schauspieler aber noch eine anderes Projekt vor sich: „Ich werde für die neue BBC-Serie ‚The Mallorca Files‘ vor der Kamera stehen.“