Viktor Frankl in seinem Arbeitszimmer in Wien-Alsergrund, aufgenommen am 6. Juni 1997.

© APA/ROBERT JAEGER

Wien-Alsergrund
03/24/2015

Viktor Frankl - "Sinnlehrer", jetzt mit Museum in Wien

Eröffnung zur 110. Wiederkehr des Geburtstages des Begründers der Logotherapie - Im Haus, wo der Arzt und Therapeut lebte

Es geht in diesem Museum weniger um Geschichte als um das Erleben des menschlichen Sinnstrebens nach der Weise des Wiener Arztes und Therapeuten Viktor Frankl: Am Donnerstag (26. März) wird in Wien-Alsergrund das Viktor Frankl Museum eröffnet, da wäre der Begründer der Logotherapie 110 Jahre alt geworden.

Das auf rund hundert Quadratmeter neben dem bereits bestehenden Viktor Frankl Zentrum mit dem entsprechenden Seminarzentrum etablierte Museum entstand innerhalb eines Jahres. Die Kosten von rund 100.000 Euro wurden aus Eigenmitteln des Zentrums, internationalen Spendengeldern und durch Zuwendungen der öffentlichen Hand aufgebracht. Der Ort (9., Mariannengasse 1) ist jenes Haus, in dem Frankl nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu seinem Tod im Jahr 1997 lebte. Faktisch vis-à-vis befand sich ehemals die Wiener Poliklinik, wo der Psychiater arbeitete.

Existenzanalyse

Der Bedarf entstand, wie die Gründerinnen von Zentrum und Museum, die Schwestern Johanna Schechner und Heidemarie Zürner, am Dienstag bei einer Pressekonferenz betonten, einfach dadurch, dass das Zentrum neben den Seminarteilnehmern bereits jährlich rund 10.000 Besucher registrierte. Frankl, seine Existenzanalyse und die von ihm geschaffene Logotherapie als "Höhenpsychologie" als Gegensatz zur von Sigmund Freud begründeten Tiefenpsychologie sind international in vielen Staaten vertreten. Der Psychiater lehrte in seinem Leben an rund 200 Universitäten, erhielt knapp 30 Ehrendoktorate verliehen.

"Geistbegabung und Sinnstreben des Menschen sind die Themen Frankls", erklärte Johanna Schechner. Das habe man in dem Museum erlebbar darzustellen versucht. Heidemarie Zürner sagte, man habe sich einfach den einen Satz des Logotherapie-Begründers orientiert, wonach "diese Lehre auch vom einfachen Menschen von der Straße verstanden und erfahren werden" könne.

Kernthemen

Dem entsprechend geht es in drei Räumen in der umgebauten Wohnung in der Mariannengasse um die Lebensgeschichte Frankls, um seine Kernthemen und um die möglichen Antworten, die dessen Lehre auf existenzielle Fragen bieten soll. "Nicht der Mensch hat Ansprüche an das Leben zu stellen, sondern er hat Antworten zu geben auf die Fragen, die das Leben ihm stellt", zitierte Johanna Schechner den Psychiater.

Sinn erfahre man demnach als "erlebender", "leidender" und als "schaffender" Mensch, so eine der Hauptaussagen der sogenannten dritten Lehre der aus Wien stammenden Psychotherapien. Diese "drei Hauptstraßen zum Sinn" (Frankl) sind zentral im Hauptraum des Museums dargestellt, daneben gib es auch eine Mediathek.

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