Franz Klammer (re.) mit dem 24-jährigen Kärntner Julian Waldner, der im Film „Klammer“ die Hauptrolle spielt

© (c) epo / Samsara / Tina Herzl

Kultur
01/20/2021

Österreichs Mondlandung: Ski-Legende Franz Klammer kommt ins Kino

Startschuss für den Film „Klammer“, der unter der Regie von Andreas Schmied über den Olympiasieg von Franz Klammer 1976 in Innsbruck erzählt. Geplanter Filmstart: Herbst 2021

von Alexandra Seibel

„Es ist Donnerstag, der 5. Februar 1976. Eine Nation versammelt sich. Jeder will dabei sein. Leere Straßen, viele Hoffnungen, eine Erwartung: Franz Klammer soll, ja, muss eigentlich, olympisches Gold holen.“

Dramatische Worte, mit denen in einem Beitrag aus dem ORF-Archiv die Abfahrt der Herren bei den Olympischen Spielen in Innsbruck 1976 kommentiert wurden.

Zu sehen sind Bilder von der leer geräumten Ringstraße; das Rennen ist ein echter Straßenfeger. Wer zu Hause keinen Fernseher hat, drängt sich im Wirtshaus vor dem Apparat. Menschen beißen sich auf die Lippe. Die gesamte Nation geht gedanklich mit an den Start – und sieht jubilierend dabei zu, wie Franz Klammer in der Abfahrt vom Patscherkofel die goldene Medaille gewinnt: „Eine Minute, 45,73 Sekunden für unseren Franzi Klammer!“, jauchzt der Reporter. Klammers Sprung „vom Sieger zur Legende“ ist vollzogen.

Mit diesem historischen Filmmaterial eröffnete eine Pressekonferenz, die im Geburtshaus von Franz Klammer im kärntnerischen Fresach vor Journalisten und per Livestream stattfand.

Stuntmen

Anlass für das Event bot der bevorstehende Drehbeginn des Filmprojekts „Klammer“, das unter der Regie von Andreas Schmied – Regisseur von Quotenbringer „Love Machine“ – die Ereignisse rund um Franz Klammers Olympiasieg erzählt. Begonnen wird am 15. Februar, gedreht werden soll in Kärnten, Tirol und in Wien.

Nachdem es sich um eine Großproduktion „rein aus Österreich“ handelt, wie mehrfach betont wurde, finden sich neben epo-film und Samsara Film unter anderem auch Servus TV und der ORF an Bord. An die 5, 5 Millionen Euro wurden locker gemacht und 16 Stuntmen engagiert, um den „besten, größten, attraktivsten Wintersportfilm aller Zeiten zu machen“, so die vollmundige Ankündigung von Christian Kresse, Geschäftsführer der Kärnten Werbung. Das Skifahren werde so gezeigt, „wie es noch nie zuvor auf der Leinwand zu sehen war“, triumphiert auch Produzent Jakob Pochlatko.

Man sieht schon, die Latte liegt hoch.

 

Andreas Schmied hat das Drehbuch gemeinsam mit seiner Ehefrau Elisabeth verfasst, die ebenfalls starke Worte findet: „Der Olympiasieg von Franz Klammer hat für Österreich eine Bedeutung wie die Mondlandung.“

Die Filmhandlung selbst fokussiert auf fünf Tage rund um das Olympia-Rennen und den Druck, der auf Klammer lastete: „Was hat es gebraucht, um zu gewinnen?“

Nachdem es aber auch immer um Liebe gehen muss, wie Elisabeth Schmied weiß, wurde Klammers damaliger Freundin und jetziger Ehefrau Eva eine größere Rolle im Geschehen eingeräumt.

Franz und Eva Klammer sind beide anwesend und zeigen gebührende Vorfreude auf das Filmprojekt: „Ich bin es eigentlich nicht gewohnt, im Mittelpunkt zu stehen“, gibt eine sympathisch-zurückhaltende Eva Klammer zu: „Aber das ist auch mal ganz schön.“

Die Goldene

Franz Klammer selbst ist ebenfalls begeistert und hält die Medaille in die Kamera, die er nach langem Suchen doch noch gefunden hat: „Damals wollte ich nur gewinnen. Und jetzt bin ich irrsinnig stolz, dass es ein Filmprojekt geben wird.“

Videogrußbotschaften werden eingespielt – von Franz Klammers bestem Freund Werner Grissmann („Wir haben sechs Jahre ein Zimmer geteilt!“) und dem Schweizer Bernhard Russi, den Klammer damals vom Siegersockel stieß: „Klar, am Schluss bin ich der Verlierer“, sagt Russi bescheiden: „Aber der größte Gewinn war die Freundschaft zum Franz.“

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