Kultur 12.12.2011

Universum: Kampf gegen Eis und Zeit

"Universum" (Dienstag, 20.15, ORF 2) rekonstruiert den "Wettlauf zum Südpol" von Roald Amundsen und Robert Falcon Scott.

Die Arbeitsbedingungen waren extrem: An zehn von 13 Drehtagen wehte der Wind mit einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern. Es schneite, Tageslicht gab es jeweils nur sechs Stunden. Die Kameras fielen aus, die Kälte spürte man schon gar nicht mehr. 100 Jahre, nachdem der Engländer Robert Falcon Scott und der Norweger Roald Amundsen den Südpol erreicht hatten, erinnern ORF und ZDF an die Leistung der Pioniere. In einer spektakulären Dokumentation rekonstruierten sie den Tausende Kilometer langen Gewaltmarsch durch Schnee und Eis.

 

Technische Probleme

Ein 34-köpfiges Team um Regisseur Oliver Halmburger war im Oktober 2010 mit 13 Kameras ausgerückt: Man fürchtete, dass unter den schwierigen Bedingungen technische Probleme auftauchen würden. Zurecht: "Wegen Schnee und Feuchtigkeit gaben mehrere Kameras den Geist auf", erzählt "Universum"-Chef Andrew Solomon dem KURIER.

Am 14. Dezember 1911 erreichte Roald Amundsen als erster Mensch den Südpol. Die Verzweiflung seines englischen Konkurrenten Scott, der 35 Tage nach Amundsen an den Pol kam, ist in seinem Tagebuch nachzulesen. "Das Furchtbare ist eingetreten", notiert der Brite, "die Norweger sind uns zuvorgekommen." Scott und seine Männer starben auf dem Rückweg. "Um Gottes willen, kümmert euch um unsere Hinterbliebenen", war sein letzter Tagebucheintrag.

Das Tagebuch Scotts dokumentiert Hoffnung, Verzweiflung und Scheitern der britischen Abenteurer. Nach Amundsen und Scott ist es niemandem mehr gelungen, auf der historischen Route mit den Mitteln von damals an den Südpol zu gelangen.

Anhand der Aufzeichnungen von Scott und Amundsen rekonstruiert " Universum" den Wettlauf – mit inszenierten Spielszenen, Computeranimationen vom menschlichen Körper, 3-D-animierten Routenverläufen und Naturaufnahmen der Originalschauplätze.

Bereits im Frühjahr hatte sich die ORF / ZDF -Doku "Wettlauf zum Südpol" um Extremsportler Hermann Maier auf die Spuren von Amundsen und Scott begeben. Ein weiteres Projekt mit Maier ist laut ORF im Gespräch.

Mittwoch, 20.15, zeigt ORF eins erstmals den österreichischen Dokumentarfilm "Mount St. Elias" über die längste Skiabfahrt der Welt.

( Kurier ) Erstellt am 12.12.2011