Blumen, Konfetti, Geschenke, Ovationen: Edita Gruberova verwandelte die Staatsoper in ein Tollhaus

© /Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Umjubelte Audienz: Edita Gruberova in der Staatsoper
02/08/2015

Umjubelte Audienz: Edita Gruberova in der Staatsoper

Wenn die legendäre Königin des Belcanto zu einer umjubelten Audienz bittet.

von Peter Jarolin

Bravo-Rufe noch vor dem ersten Ton, frenetischer Jubel nach jeder einzelnen Arie und mehr als 45 Minuten stehende Ovationen zum Finale – Edita Gruberova hat der Staatsoper und dem Wiener Publikum wieder einen singulären Abend geschenkt.

Der Grund: Vor 45 Jahren gab die Gruberova als Königin der Nacht (Mozarts "Zauberflöte") ihr Debüt am Ring, dazwischen liegen mehr als 700 Auftritte in den schwierigsten Partien der Opernliteratur. Ein Anlass zum Feiern, bei dem die Königin des Belcanto, die Königin der Koloraturen einmal mehr ihre singuläre künstlerische Ausnahmestellung demonstrierte.

Auf dem Programm der Gala: Donizettis "Lucia di Lammermoor", die Elvira aus Bellinis "I puritani", Donizettis " Anna Bolena" sowie die Elisabetta aus dessen "Roberto Devereux" – also alles, was gut und teuer, vokal extrem herausfordernd und somit typisch Gruberova ist.

Vollendet

Und man durfte einfach nur staunen, wie wundervoll Edita Gruberova als Lucia immer noch wahnsinnig wird, wie ansatzlos da die schönsten Piani, Lyrismen und Spitzentöne entstehen, wie makellos die Stimme der 68-jährigen Künstlerin sitzt. Auch die Elvira wurde bei Gruberova zu einem innigst empfundenen, virtuosen Feuerwerk der Koloraturen. Auch bei Anna Bolena und bei der Elisabetta war Gruberova stets in ihrem Element und beglückte mit einer stimmlichen Intensität, die ihresgleichen sucht.

Gruberovas meist starke Partner bei der "Mission Belcanto": Der exzellente Dirigent Marco Armiliato, das hingebungsvoll für Gruberova spielende Orchester der Wiener Staatsoper samt Chor sowie die Solisten Margarita Gritskova (Mezzo), Monika Bohinec (Mezzo), die Tenöre José Bros und Carlos Osuna, die Baritone Marco Caria und Paolo Rumetz und der Bassist Dan Paul Dumitrescu.

Am Ende gab es kein Halten mehr: Ein tobendes Publikum, "Danke"-Transparente aus den Logen, ein Blumenmeer, Konfetti-Regen und Staatsoperndirektor Dominique Meyer, der Gruberovas Leistung würdigte. Als Geschenk gab es Regenschirm und Kostüm der Zerbinetta aus "Ariadne auf Naxos" von Strauss. Noch so eine Rolle, mit der Gruberova Operngeschichte geschrieben hat. Die Jubilarin selbst war gerührt, dankte allen und sprach "eine Drohung" aus. Sie werde auch in drei Jahren, wenn sie dann auf 50 Jahre Berufserfahrung zurückblicken könne, noch da sein. Man darf sie hoffentlich beim Wort nehmen.

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