Noch werden die Blumen vor seiner letzten Wohnstätte abgelegt, bald könnten die Jürgens-Fans zum Zentralfriedhof pilgern...

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Letzte Ruhestätte
12/24/2014

Udo Jürgens: Auch Klagenfurt bietet sich an

Jürgens wird im Familienkreis eingeäschert und soll ein Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof erhalten.

von Marco Weise

Wie am Dienstag bekannt gegeben wurde, müssen sich die Udo-Fans noch ein paar Tage gedulden, um ihrem Idol endlich die letzte Ehre erweisen zu können. Denn die öffentliche Trauerfeier für Udo Jürgens soll frühestens Mitte Jänner stattfinden, sagt sein Sprecher Thomas Weber. So etwas muss „ohne Hektik vorbereitet werden“.

Über die Art und Weise der Bestattung herrscht nun auch Klarheit: Die Leiche von Udo Jürgens wird eingeäschert, so hat es der Künstler verfügt. Die Verabschiedung solle im engsten Familienkreis unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Dieser Wunsch möge respektiert werden, so Weber.

Wie dem KURIER am Dienstag mitgeteilt wurde, hat sich Udo Jürgens zwei Jahre vor seinem Tod für ein Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof ausgesprochen. Diesen letzten Willen bestätigten sein langjähriger Manager Freddy Burger und sein Freund, der ehemalige ORF-Journalist Johannes Kunz: „Es war sein persönlicher Wunsch“, sagte Kunz dem KURIER.

Aus dem Büro des dafür zuständigen Wiener Kulturstadtrats Mailath-Pokorny kommt grünes Licht: Der Familie und dem Management sei bereits ein Ehrengrab am Zentralfriedhof angeboten worden. Die Entscheidung liegt nun bei den Angehörigen und wird wohl erst in den kommenden Wochen fallen.

Auch Klagenfurt interessiert

Eine Option wäre auch Jürgens Geburtsort Klagenfurt. Die Stadt würde ihrem berühmten Sohn ein Ehrengrab zur Verfügung stellen, falls die Familie das wünsche, teilte ein Stadtsprecher mit. Im Rathaus der Landeshauptstadt von Kärnten liege zudem ein Kondolenzbuch aus. Es solle auch über die Weihnachtsfeiertage für die Bevölkerung zugänglich bleiben. Bereits jetzt herrsche reger Zulauf.

Musik wird gekauft

Unterdessen findet die Musik von Udo Jürgens weiter großen Absatz. Bereits am Montag schafften es nach Angaben von GfK Entertainment 18 seiner Titel unter die 100 meistverkauften Singles. Am Mittwoch standen beim Online-Händler Amazon in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Alben „Mitten im Leben - Das Tribute Album“ sowie „Udo Jürgens - Best of“ auf den vordersten Plätzen.

Seine erste Ehefrau Panja bekundete am Mittwoch ebenfalls ihre Trauer über dessen Tod. "Wir trauern alle um den Vater, den Großvater und um den Freund, der er auch 54 Jahre lang für mich war", sagte sie gegenüber der dpa. Udo und Panja Jürgens waren von 1964 bis 1989 verheiratet, aus dieser Verbindung stammen die erwachsenen Kinder Jenny und John.

Udo Jürgens verfügte Einäscherung

Es waren weiße Chrysanthemen, die ich zum Abschied dir gesandt. Es war ein stilles Abschiednehmen, denn ich ging in ein fernes Land ...", sang Udo Jürgens im Song "Es waren weiße Chrysanthemen" (1956).

Nach dem unerwarteten Tod des Entertainers revanchieren sich nun die Fans bei ihrem Idol: Vor dem Eingangsbereich des Krankenhaus Münsterlingen (Schweiz), in dem Jürgens am Sonntag um 16.25 Uhr für tot erklärt wurde, werden Blumen niedergelegt. Zu seinem Haus in Gottlieben am Bodensee pilgern Menschen und zünden Kerzen an. Und das Internet ist voller persönlicher Anteilnahme: "Lieber Udo, Sie waren der Größte. Danke für alles, Sie werden unendlich fehlen", schreibt etwa der Leser Oskar Blum auf KURIER.at.

Immer mehr Details zum Tod von Udo Jürgens werden bekannt gegeben. So hat dem Sänger auch die schnelle Verfügbarkeit eines Defibrillators nicht mehr das Leben retten können. Das medizinische Gerät hing nur wenige Hundert Meter von der Seepromenade entfernt am Gemeindehaus in Gottlieben. Von dort holte es Jürgens Begleiter, sein langjähriger Chauffeur, Bühnenmusiker und Assistent Billy Todzo, und versuchte den ohnmächtigen Jürgens wieder ins Leben zurückzuholen. Erfolglos.

Beerdigung

Eine öffentliche Trauerfeier für Udo Jürgens soll frühestens Mitte Jänner stattfinden. Dies kündigte sein Sprecher Thomas Weber am Dienstag an. "Das muss alles ohne Hektik vorbereitet werden", sagte Weber. Der Künstler habe eine Feuerbestattung verfügt, sagte Weber.

Sie solle im engsten Familienkreis unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Dieser Wunsch möge respektiert werden, sagte Weber. Es gibt Spekulationen, dass Jürgens ein Ehrengrab am Zentralfriedhof in Wien erhalten könnte. "Das ist eine Option", sagte Weber dazu.

Abschied

Nach dem Ableben herrschen allerorts Fassungslosigkeit und tiefe Trauer. Nationale Medien sagten "Merci!" und auch deutschsprachige Tageszeitungen ehrten den Sänger, Komponisten und Menschen Udo Jürgens: "Deutschland ist schockiert. Und stumm. Udo Jürgens schien alterslos – in unseren bewundernden Augen", schrieb etwa die Bild.

Von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) bis Conchita Wurst: Tausende haben nach dem Tod Udo Jürgens’ ihre Trauer zum Ausdruck gebracht. Sein Ableben hat auch auf präsidialer Ebene Wirkung gezeigt. "Ein plötzlicher Tod hat einen großen Künstler mitten aus dem Leben gerissen und uns fassungslos zurückgelassen", sagte Bundespräsident Heinz Fischer am Montag. Jürgens habe den Gefühlen und Hoffnungen von Millionen Menschen Ausdruck verliehen. "Er war ein großer Österreicher und hat Musikgeschichte geschrieben." Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck schrieb in seinem Kondolenzbrief an Jürgens' Tochter Jenny, dass mit dem Sänger "ein Großer des deutschen Chansons gestorben" sei. "Seine Lieder haben uns alle begleitet und erfreut, manchmal auch getröstet und nachdenklich gemacht."Apropos Kondolenzbrief: Im Wiener Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds, in dem Udo Jürgens 2013 sein wächsernes Ebenbild feierlich enthüllte, liegt in den kommenden Tagen ein Kondolenzbuch auf. Indes übertreffen sich Kärntner Politiker mit ihren Ideen: Die Vizebürgermeisterin von Klagenfurt, Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ), möchte den Klagenfurter Flughafen nach Udo Jürgens benennen. Landesrat Gerhard Köfer (Team Stronach) konterte mit dem Vorschlag, die Wiener Gasse in der Klagenfurter Innenstadt umzubenennen. Dort befand sich nämlich einst das "Tanz-Café Lerch", in dem Jürgens in den 50er-Jahren als Swing- und Jazzmusiker auftrat.

Udo Jürgens im Porträt

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