Die Tribe Vibes-Macher DJ Phekt (links) und Trishes präsentieren "Exclusives" im FM4-Studio.

© Jeff Mangione

Tribe Vibes
11/06/2014

Ein kleines Fenster zur großen HipHop-Welt

Die FM4-Radiosendung "Tribe Vibes" veröffentlicht exklusives HipHop-Material mit Schwerpunkt Österreich.

von Marco Weise, Jeff Mangione

Zwei Stunden HipHop in all seinen Facetten, Ausflüge in Richtung Funk, Reggae, Elektronik und Soul inklusive“, so definiert sich "Tribe Vibes", ein Sendungsformat, das jeden Donnerstag (22 bis 24 Uhr) via FM4 ausgestrahlt wird. Seit 2007 wird dieses Spezialformat von Stefan Trischler alias Trishes und Alex Hertel alias Phekt gestaltet. "Tribe Vibes" gibt es aber bereits seit 1990 und lief bis zur Gründung vom FM4 auf Ö3 – unter der Leitung von Katharina Weingartner und DJ DSL. Für viele war diese Sendung ein kleines Fenster zur großen HipHop-Welt.

Nun verewigt sich Tribe Vibes mit "Exclusives", einer Compilation, die exklusives Material beinhaltet. Teilweise sind das Vorboten auf noch Kommendes, zum Teil aber auch speziell für die Platte entstandene Zusammenarbeiten. Summa summarum sind es 15 ausgewählte HipHop-Tracks auf CD, acht davon haben es auf Vinyl geschafft. Präsentiert wird diese Sammlung am Freitag (7.11.) im Rahmen einer Party im Café Leopold (MuseumsQuartier).

Stefan Trischler alias Trishes im KURIER-Interview über Tribe Vibes, die Entwicklung des Genres HipHop, die Auswahl der Songs für die Compilation und den damit verbundenen Schwierigkeiten.

KURIER: Wie hat sich das Genre HipHop in den letzten Jahren verändert?
Trishes: Das Tempo ist ordentlich langsamer und der Sound vielleicht etwas elektronischer geworden. Im deutschsprachigen Raum ist HipHop dank Schwiegersohn-kompatiblerer Akteure wie zum Beispiel Cro wieder sehr breitenwirksam.

Wie sieht es mit der österreichischen HipHop-Szene aus?
Sie ist klein, aber qualitativ hochwertig. Dass trotz großartigen Outputs, der oftmals auch international hoch beachtet ist, nur wenige Protagonisten von ihrer Musik leben können, ist natürlich schlecht. Positiv gesehen gibt es hier dafür aber wenige Glücksritter, und die Szene ist nicht von Geld korrumpiert.

Wie kam es zur Idee, so eine Compilation zu erstellen?
Die Idee schwirrte uns schon länger in den Köpfen herum, weil es bereits seit 2001 keine Compilation mit Schwerpunkt auf österreichischem HipHop gegeben hat. Anfang des Jahres zeigte sich Sony interessiert, und dann haben wir das gemacht.

Welche Songs wurden extra für die Compilation erzeugt?
Die „Tribe Vibes Session“ mit acht verschiedenen Rappern (Average, P.tah, Fozhowi, Jamin, Beloskoni, Def Ill, Funky Cotletti & Flip) und Scratches von DJ Phekt über einen Brenk Sinatra-Beat ist speziell für uns entstanden; der Kalifornia Kurt Remix für Hinterland auch. Und „Waun I“ von Kayo & Markee im neuen Remix war auch eine Herzensangelegenheit. Dieses Stück ist eigentlich ein österreichischer Dialekt-Rap-Klassiker, der aber bis letztes Jahr nie erschienen ist, sondern immer nur live gespielt wurde. Der in Wien lebende Produzent Fid Mella hat dem Ganzen dann noch den richtigen Hymnen-Charakter verpasst, nachdem die Acapella-Spur erst in letzter Sekunde von der bereits verloren geglaubten Festplatten ausgehoben werden konnte.

Tribe Vibes

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Wie schwer war es, an diese Tracks zu kommen?
Durch das Konzept der „Exclusives“, dass also die Songs auf der Compilation noch nirgendwo anders veröffentlicht worden waren, haben wir es uns schwerer gemacht. Einige Stücke sind ja speziell dafür gemacht worden. Sonst war es relativ einfach, wir haben zu den meisten Protagonisten einen direkten Draht. Nur die Deadline hat dann natürlich zu etwas Nervenflattern geführt.

Wie entsteht eine Tribe Vibes-Sendung?
Wir sind normalerweise live auf Sendung, außer wenn Interviewpartner zur Sendungszeit, Donnerstag, 22 Uhr, nicht können. Das heißt wir treffen uns etwas vorher, um die neuesten Songs und Alben durchzuhören und überlegen uns einen ungefähren Ablauf. Dann kommen uns Gäste besuchen oder wir spielen eben voraufgezeichnete Interviews und am Ende der Show gibt’s noch DJ-Mixes oder einmal im Monat den „Reggae Corner“.

Gab es jemals einen peinlichen Moment oder gar einen Sendungsabbruch?
Ich kann mich an eine Sendung erinnern, als das alte Studio mit einem lauten Knall zu funktionieren aufhörte. Und einmal hat ein Interview-Gast beim An-der-Wand-lehnen versehentlich den Strom ausgeschaltet.

Welche drei HipHop-Platten sollte man unbedingt zu Hause haben? Also "All Time Classics" ...
Für mich persönlich ist das Wu-Tang-Clan-Debütalbum „Enter The Wu-Tang (36 Chambers)“ sehr wichtig, ebenso A Tribe Called Quests „People’s Instinctive Travels and the Paths of Rhythm“ und „Vocal Studies + Uprock Narratives“ von Prefuse 73.

Werden bei der Party am Freitag (7.11.) im Leopold auch Live-Gäste anwesend sein?
Ja, der gerade erwähnte Fid Mella wird seine Beats live vorspielen, unter anderem sicher auch ein paar Knaller vom aktuellen Album „Singende Klingende Unterwelt“. Als Gast-DJ haben wir House Shoes eingeladen, der in den 90er Jahren Resident in der Detroiter St. Andrews Hall war, die als Vorlage für die Freestyle-Battles im Eminem-Film „8 Mile“ diente. Außerdem werden Luis Figueroa und Lazy Mason zu Gast sein, die für die futuristischen HipHop-Beats in Wien viel getan haben – sollte also eine lustige Party werden.

Info: Tribe Vibes "Exclusives" ist bereits via Sony Music erschienen. Die Tribe Vibes-Party findet am Freitag, 7. November in Wien statt. Die aktuelle Sendung gibt es an dieser Stelle sieben Tage lang zum Nachhören.

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