Kultur
10/22/2021

Tödliche Schüsse beim Dreh: Wer sorgt für die Sicherheit am Set?

Bei Drehs in Österreich ist ein Waffenmeister für das Gerät verantwortlich: "Es gibt keine scharfe Munition am Set."

von Georg Leyrer

Wenn in Österreich bei Film- oder TV-Drehs Waffen im Spiel sind, herrschen hohe Sicherheitsvorkehrungen. Die Waffen am Set sind zu 90 Prozent Dummies, nur wenn diese abgefeuert werden müssen, sind sie echt, schildert Viktoria Zellner im KURIER-Gespräch. Sie ist als Produktionsleiterin – unter anderem für Landkrimis oder den österreichischen Kassenschlager "Love Machine" – am Set für Sicherheit letztverantwortlich.

"Es gibt keine scharfe Munition am Set", sagt Zellner. Zum Einsatz kommen Platzpatronen. Um die kümmert sich ein dezidierter Waffenmeister, der bei österreichischen Drehs dabei ist, sobald eine Waffe zum Einsatz kommt. Der hat, schildert Zellner, diese Waffe immer bei sich, und ebenso die Platzpatronen. Es gibt nur wenige dieser hochqualifizierten Waffenmeister in Österreich. "Diese arbeiten gewissenhaft und deren Priorität ist immer die größtmögliche Sicherheit am Set", sagt Zellner.

Erschüttert

Was beim Drehunfall von Alec Baldwin schief gelaufen ist, darüber könnte Zellner nur mutmaßen. Aber sie zeigte sich sehr überrascht von der Schwere des Unfalls: Denn US-Drehteams "sind wirklich groß aufgestellt, mit speziellen Aufgaben" und hohen Sicherheitsvorkehrungen. Kameraleute – die Verstorbene war die Kamerafrau des Baldwin-Drehs – seien jedoch speziell gefährdet, denn "sie sind immer den Darstellern am nächsten"; und Schüsse im Film gehen "oft an der Kamera vorbei".

Die Kamera könnte bei Schießszenen in ihre Richtung aber auch unbesetzt gelassen werden, sagte Waffenmeister Hagen Dürre zum KURIER. Er arbeitet für die Filmservice-Firma Peinelt, die Drehs mit Waffen und Gefährten wie Panzer ausstattet. Der Waffenmeister prüfe am Set vor der Szene, ob der Lauf leer sei und zeigt und erklärt die Waffe dem Schauspieler.

Im Prinzip ist "jeder angehalten, beim Dreh auf Sicherheit zu achten", sagt Zellner. Für gefährliche Szenen – etwa Drehs auf Dächern – werden Team und Darsteller gesichert; und es gibt ausgebildetes Personal für spezielle Bereiche wie Special Effects und Stunts.

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