Kultur
08.01.2013

Tarantino sieht Sklavenzeit als Holocaust

Das Sklavendrama von Kult-Regisseur Quentin Tarantino mit Christoph Waltz feierte in Berlin Premiere.

US-Regisseur Quentin Tarantino hat bei der Vorstellung seines neuen Films " Django Unchained" in Deutschland die Sklaverei in Amerika mit dem NS-Völkermord an den Juden verglichen. "Amerika ist für zwei Holocausts in seinem Land verantwortlich: für die Ausrottung der indianischen Ureinwohner und für die Versklavung von Afrikanern, Jamaikanern und Westindern in der Zeit des Sklavenhandels", sagte der 49-jährige Oscarpreisträger am Dienstag vor der Deutschlandpremiere seines Sklavendramas "Django Unchained" in Berlin.

In dem fast drei Stunden langen Brutalo-Western spielt der Österreicher Christoph Waltz einen Kopfgeldjäger, der sich mit einem befreiten Sklaven (Jamie Foxx) auf die Suche nach dessen auf einer Plantage geschundenen Frau macht.

"Eine Abenteuergeschichte"

Er habe vor allem eine "aufregende Abenteuergeschichte" erzählen wollen, sagte Tarantino ("Pulp Fiction", "Inglourious Basterds") . "Aber sie sollte vor dem Hintergrund der Sklaverei spielen, damit man die Brutalität wirklich sieht, mit der Amerikaner ihre schwarzen Sklaven behandelt haben."

In Österreich kommt der Film am 18. Jänner in die Kinos. In den USA lief er bereits an Weihnachten an und wurde für fünf Golden Globes nominiert, u.a. Waltz als bester Nebendarsteller. Auch bei den Oscar-Nominierungen kann sich Tarantino erneut Hoffnungen machen.