Kultur
08.09.2016

Startenor Johan Botha verstorben

Der südafrikanisch-österreichische Opernsänger wurde 51 Jahre alt.

Johan Botha ist tot. Der Startenor starb am Donnerstag in den frühen Morgenstunden nach langer Krankheit im Alter von 51 Jahren. Das bestätigte seine Künstleragentur gegenüber dem KURIER.

Mit der Partie des Siegmund in Richard Wagners "Walküre" feierte Botha erst im Juni dieses Jahres ein triumphales Comeback nach sieben Monaten Bühnenabstinenz. Aufgrund seiner schweren Erkrankung hatte er zuvor alle Auftritte, darunter der "Otello" bei den Osterfestspielen Salzburg, absagen müssen.

"Vom ersten Tag der Diagnose an gab es für ihn keinen anderen Gedanken als die möglichst schnelle Rückkehr auf die Bühne", schreibt Michel Lewin, seit 23 Jahren Bothas Künstleragent, in einem Nachruf. Nach der Sommerpause hätte Botha auch wieder an die Wiener Staatsoper zurückkehren sollen. Im Anschluss an die "Turandot"-Vorstellung wäre im September geplant gewesen, Botha die Ehrenmitgliedschaft der Wiener Staatsoper zu verleihen. Dieser Tag war ihm nun nicht mehr vergönnt.

Johan Botha wurde 1965 in Rustenburg, Südafrika, geboren. Nach einem Gesangs-Studium kam er 1990 zunächst nach Deutschland. Mit seinem Auftritt in Madama Butterfly an der Opéra Bastille sollte ihm 1993 dann der internationale Durchbruch gelingen. Seit 1996 galt die Wiener Staatsoper als seine künstlerische Heimat: Hier trat er insgesamt 220 Mal auf. Hier sang er alle großen Partien seines Fachs, darunter in "Fidelio", "Tannhäuser", "Parsifal", "Tosca" und "Otello".

1998 erlangte er gemeinsam mit seiner Familie, Botha hinterlässt eine Frau und zwei Söhne, die österreichische Staatsbürgerschaft. 2003 wurde er zum jüngsten Österreichischen Kammersänger ernannt.

"Er war, das darf man ohne Übertreibung sagen - und jeder der ihm begegnete wird das bestätigen - einer der ehrlichsten Künstler, die dieses Metier heute noch hat", schreibt Lewin. "Mit Johan Botha verliert die Opernwelt eine der bedeutendsten Stimmen unserer Epoche."