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Kultur
03/02/2021

Stadtrechnungshof lobt Werk X: Synergien „vorbildlich genutzt“

Der Wiener Rechnungshof gewann einen positiven Eindruck über Werk X Petersplatz, nur die hohe Subvention pro Besucher stößt sauer auf

von Thomas Trenkler

So gut wie einzigartig: Der Wiener Stadtrechnungshof überschlägt sich in seinem kürzlich fertiggestellten Bericht über das Werk X Petersplatz mit Lob. Er gewann, wie in der Kurzfassung zu lesen ist, „einen insgesamt positiven Eindruck über die Führung der Gebarung“.

Das Kellertheater war einst der Saloon des Jazzmusikers Fatty George. Von 1982 an wurde es von Dieter Haspel mit seinem Ensembletheater bespielt. Der Regisseur, der 1976 die „Proletenpassion“ von den Schmetterlingen (mit Willi Resetarits) zur Uraufführung gebracht hatte, war damals eine zentrale Figur der Szene gewesen.

2009 übergab der joviale Prinzipal das Kellertheater – nicht ganz freiwillig – an Harald Posch und Ali M. Abdullah, die es als Garage X weiterführten. 2014 wurde die Spielstätte mit dem Kabelwerk in Meidling, künftig das Werk X, zusammengelegt: Nach dem Willen der Stadt sollten, wie im StRH-Bericht zu lesen ist, die beiden Häuser unter einer gemeinsamen Dachmarke effizient geführt werden.

Im Zuge der Prüfung über die Jahre 2017 bis 2019 stellte der StRH fest, dass Synergien im Verwaltungsbereich „vorbildlich genutzt“ worden seien.

 

Posch und Abdullah hatten den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit bereits an den Stadtrand verlegt: Seit 2018 wird das Werk X Petersplatz von Cornelia Anhaus als Spielstätte für die freie Szene programmiert. Der StRH lobt das Vieraugenprinzip, die Jahresabschlüsse, das Organisationshandbuch, die Compliance-Richtlinien usw. Es gab bei den Stichproben nichts zu beanstanden, alle geprüften Fälle waren nachvollziehbar belegt.

Der StRH fand aber natürlich schon etwas: „Die geringe Eigenmittelquote und das negative Working Capital waren Anzeichen für die schlechte Finanzlage.“ Der Eigendeckungsgrad lag bei 17 Prozent. Diesen Wert empfindet der StRH als gering. Allerdings fordert das Kulturamt im Subventionsvertrag überhaupt nur zehn Prozent ...

Wirklich sauer stößt den Prüfern der Zuschussbetrag pro Besucher auf. Er lag 2018 bei sagenhaften 385 Euro, 2019 bei 144 Euro. Auch andere Kulturschaffende würden wertvolle Arbeit leisten, müssten „dies aber mit keinen oder wesentlich geringeren Subventionen pro Besuchenden schaffen“.

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