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Kultur
02/26/2020

Staatsoper: Entlassener Solo-Cellist ist kein Philharmoniker mehr

Der Cellist war wegen Missbrauchsvorwürfen bereits von der Musikuniversität entlassen worden. Er will gegen die Fristlose klagen.

von Thomas Trenkler

Der Solo-Cellist, der bereits aus der Wiener Musikuniversität entlassen worden war, wurde am Mittwoch auch von der Staatsoper fristlos entlassen. Das wurde dem KURIER aus der Staatsoper bestätigt.

N., auch Mitglied der Wiener Philharmoniker, war von Ulrike Sych, Rektorin der Universität für Musik und darstellende Kunst, fristlos als Professor für Cello gekündigt worden, weil er gegenüber Studenten seine Macht missbraucht habe. Am Dienstag wurde der vom Cellisten angestrebte Prozess vor dem Arbeitsgericht fortgesetzt.

Dabei erklärte dessen Anwalt, dass N. von Staatsoperndirektor Dominique Meyer gebeten worden sei, die Sache hinauszuzögern, bis seine Amtszeit ausgelaufen ist. Der scheidende Direktor Meyer meinte daraufhin erbost, dass die Aussage von N. jeglicher Grundlage entbehre. „Ich werde rechtliche Schritte prüfen lassen.“

Diese Aussage nun, so heißt es aus der Oper, ermöglichte der Staatsoper rechtlich, zu agieren: Meyer habe, so wurde betont, den Cellisten nie schützen wollen, jedoch keine rechtliche Handhabe gehabt.

Am Donnerstagvormittag informierte Daniel Froschauer, der Vorstand der Wiener Philharmoniker, dass N. daher kein Mitglied des Vereins mehr sei. "Die Vereinsstatuten der Wiener Philharmoniker ziehen nach der Entlassung von N. aus der Wiener Staatsoper auch das Ausscheiden aus dem Verein der Wiener Philharmoniker nach sich." 

Die Nachricht von der fristlosen Entlassung erreichte das Orchester am Mittwoch zu Mittag: "Es befindet sich gerade mit dem Beethoven-Programm auf Tournee in Paris. N. spielte gestern am Abend nicht mehr."

N. kündigte bereits gegenüber seinen Ex-Kollegen an, gegen die Entlassung gerichtlich vorgehen zu wollen.