Kultur
02.02.2012

Staatsoper: "Eine sehr elegante Lösung"

Eine neue Bühne für das Haus am Ring. Im Arsenal hat die Wiener Staatsoper eine Probebühne errichten lassen. Die Kosten von 8,2 Millionen Euro trägt das Haus selbst.

Was Volksoper und Burgtheater schon seit geraumer Zeit haben, hat nun endlich auch die Staatsoper: Eine angemessene Probebühne im Wiener Arsenal (Objekt 19). Nur elf Monate hat der Neubau gedauert. Die Kosten betragen 8,2 Millionen Euro und werden zur Gänze von der Staatsoper im Rahmen einer Mietzinsvorauszahlung auf 25 Jahre getragen. Der Grund, auf dem die Probebühne steht, gehört nämlich der Theaterservice GmbH. "Es ist eine sehr elegante und für alle Beteiligten sehr gute Lösung", betonte Opernchef Dominique Meyer daher bei der Begehung.

Wunsch

Und Meyer gibt zu, dass der Bau der Probebühne "ein expliziter Wunsch" an Ministerin Claudia Schmied noch vor seiner Bestellung zum Direktor war. Meyer: "Wenn man sich die internationale Situation ansieht, so waren die Probenbedingungen an der Staatsoper doch ziemlich arm." Im Haupthaus stehen drei Probebühnen und eine Ballettbühne zur Verfügung, die jedoch alle kleiner als die Hauptbühne sind. Bisher konnte man daher nie in den Kulissen proben.

Das ist jetzt anders. Das Ensemble probt im Arsenal auf 800 Quadratmetern, zusätzlich gibt es Büros und Künstlergarderoben. Ein 460 Quadratmeter großer Rollenboden in zehn Metern Höhe sorgt für ähnliche Probenbedingungen wie auf der Staatsopern-Hauptbühne.
Zusätzlicher Vorteil: Der Bau liegt auf Stahlbetonstützen und lässt daher im Foyer Raum für die Anlieferung von Bühnenbildern. Auch das Kulissen-Depot ist direkt mit der Probebühne verbunden. Meyer: "Man muss die Kulissen nur mehr hin und her schieben."

Geplant wurde die Probebühne vom Architekturbüro Kiskan-Kaufmann und Venturo ZT, die als Sieger aus dem dafür ausgeschriebenen Architekturwettbewerb hervorgegangen sind. Sie waren vor allem auf klare Strukturen und Zweckdienlichkeit bedacht.

Für das Publikum geöffnet wird die Probebühne nicht; es sollen Repertoire-Aufführungen und Kinderopern im Arsenal geprobt werden. Meyer: "Ab nächster Saison machen wir Kinderoper auch auf der großen Bühne."

Mehr zum Thema Bühnenarchitektur finden Sie in unserem zweiteiligen Immo-Special: "Architektur von Bühnen".

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