© Jeff Mangione

Kultur song-contest
05/12/2012

Trackshittaz: "Wir können nur gewinnen"

Die Trackshittaz wollen in Baku "eine geile Performance" bieten und auffallen. Für den Rest sind die Sterne zuständig.

von Anna Gasteiger

Am Sonntag fliegen Lukas Plöchl (23) und Manuel Hoffelner (20) – besser bekannt als Trackshittaz – nach Aserbaidschan zum Song Contest. Am 22. Mai müssen sie sich im Halb­finale beweisen.

KURIER: Laut Wettbüros ist es eher unwahrscheinlich, dass ihr gewinnt. . .

Lukas Plöchl: Es würde uns freuen, wenn wir als Nummer eins gelistet wären. Aber es macht uns auch nichts aus, wenn wir ziemlich weit hinten sind. Ich frage mich, wie wollen die einschätzen können, dass unser Auftritt nicht funktioniert? Aber das macht’s nur interessanter. Wenn ich wetten will, wette ich natürlich auf mich und gewinne einiges an Geld.

Ihr fährt mit dem Motto "Alles oder nix" nach Baku?

Manuel Hoffelner: Ja. Nur "nix" ist schlecht.

Plöchl: Wir bevorzugen natürlich alles. Wir setzen gedankenmäßig nicht bei den Platzierungen an, sondern wollen eine coole Show machen. Das ist das Einzige, was wir beeinflussen können. Wir wollen dort eine saugeile Performance machen und auch abseits der Bühne auffallen. Alles andere steht in den Sternen.

 

Habt ihr euch überlegt, was der Song Contest bringen kann?
Hoffelner: Das weiß man nie genau. Den Jedwards aus Irland hat er voriges Jahr eine Europatournee gebracht.

Plöchl: Bei uns ist es so, dass wir nur gewinnen können. Unser Image ist ohnehin scheiße. Also polarisierend. Kein 08/15-Popkünstler-Image, das man mit einem Mal Mediensturm vernichten kann. Bei uns ist das eher so, wenn die Medien schlecht schreiben, dann spannen wir erst die Segel auf und fahren um so schneller. Wir sind vielleicht die einzige Band, die vom Song Contest nur profitieren kann. Wenn wir nicht ins Finale kommen, geb’ ich einen Tag später "Geiler ois" heraus und geh’ durch die Straßen und sing "I bin geiler ois die Polizei erlaubt".

Ihr habt seit Herbst 2010 drei Alben herausgebracht, mehrere Nr.1-Hits gehabt, habt an zwei Song-Contest-Vorausscheidungen teilgenommen. Was habt ihr gelernt in dieser kurzen Zeit?
Hoffelner: Alles muss man selber machen.

Plöchl: Wir haben gelernt, wir selber zu bleiben. Dass gesundes Bauchgefühl immer die bessere Wahl ist als irgendwelche utopischen Ideen, die sich irgendwer ausgedacht hat.

Ist es schwierig, sich gegen solche Ideen durchzusetzen?
Plöchl: Ich hätt’ dann oft gern eine Fernbedienung, mit der man leiser drehen kann.

Hoffelner: Oder auf Pause.

Plöchl: Nein, dann muss man’s später wieder einschalten. Lieber leise und rennen lassen.

Wie unangenehm war das für euch, dass ihr die Vorausscheidung letztes Jahr nicht gewonnen habt?
Plöchl: Das hat uns schon geärgert. Die Nadine Beiler ist entzückend, aber dass sie gewonnen hat, war für uns total unerwartet. Wir hatten damals einen Mega-Hype, meine Fans haben mich durch zwölf "Helden von Morgen"-Folgen gevotet und dann sollen sie das eine Mal nicht mehr genug gevotet haben? Das war halt ein bisschen schwierig zu verstehen. Aber ich glaube, dass gerade das uns eine gewisse Reife verschafft hat, mit der wir in den zweiten Contest gegangen sind.

Der Text von eurem Song-Contest-Lied "Woki mit deim Popo" ist umstritten. . .
Plöchl: Ja, mehr als "A klana Indiana", das ist ganz lustig. (Singt.) A klana Indiana, a dicka, fetta, blada, spielt mit seinem Tomahawk und haut si auf sein Eiasack ... das war zig Wochen auf Platz eins in Österreich und wurde nicht im "Club 2" diskutiert. Was war die Frage?

Habt ihr die Argumente der Kritiker verstanden?
Plöchl: Es sind ja keine Argumente gekommen. Wir stehen irrsinnig darauf, dass man irgendwie daherredet, aber wenn man wirklich was genau und pointiert darstellen will, dann sollte man sich artikulieren können. Man hat uns vorgeworfen, dass wir Frauen auf ihren Körper reduzieren. . . aber ich sag’ auch Nudelsuppengang. Wel-cher männliche Freundeskreis nennt sich gern so? Die Argumente waren unbegründet und deswegen haben sie uns zwar im ersten Moment ein bissel wehgetan, aber eher so, wie wenn einer auf der Straße zu dir unbegründet sagt: Du Arschloch. Man geht dann einfach weiter und denkt sich, der kennt mich nicht. Vielleicht hat er Tourette-Syndrom.

Hat euch die Diskussion auch was gebracht?
Hoffelner: Sicher. Viele, die vorher neutral waren, haben dadurch Sympathien für uns bekommen.

Plöchl: Wir haben gesagt: Jeder, der sagt, das ist zu provokativ, wird eigentlich nur für unsere Promo aktiv. Und in eine Show wie den "Club 2" zu kommen, ohne jemanden umgebracht zu haben, ohne Steuern hinterzogen zu haben oder einer rechtsradikalen Partei anzugehören, muss man auch einmal schaffen.

Alles über den Song Contest finden Sie hier.

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