Kultur
08.10.2018

Serge Falck: "Es ist Humor mit Tiefgang"

Schauspieler Serge Falck will in seinem ersten Solokabarett unterhalten und berühren.

Kann Serge Falck überhaupt lustig sein? Das werden sich wohl einige fragen, die nun zum ersten Mal vom neuen Projekt des Schauspielers erfahren. Falck macht nämlich neuerdings einen auf Alleinunterhalter, einen auf Kabarettisten. „Ich will damit die Leute mit einem anderen Serge Falck überraschen“, sagt er im KURIER-Gespräch.

Sein erstes Soloprogramm heißt „Am Beckenrand“ – und es sei das, was er immer schon machen wollte.

Der bekannteste Belgier Österreichs (wie er sich selbst gerne bezeichnet) führt dabei sein Publikum durch einen facettenreichen Abend – voll von humorvollen Geschichten und eigenen Songs. Zwei Stunden lang streift der 57-Jährige nachdenklich durch den Alltag. Die Gesellschaft, das alltägliche Dasein und unser Handeln kritisch zu hinterfragen, sei für Falck auch die Aufgabe eines Kabarettisten.

Kreisverkehr

Das mit dem Beckenrandsitzen sei als Metapher zu verstehen. Es beschreibe eine gewisse Ängstlichkeit, etwas zu verändern, zu wagen. Dieses „Sich-nicht-Trauen“ besingt Falck auch mit folgenden Zeilen: „Wir sind beim Träumen fulminant, doch drehen uns nur im Kreisverkehr/ Wer braucht heute noch Utopie, uns reicht längst der Hausverstand. Wir feiern unsere Lethargie, hier am Beckenrand“.

Ja, Sie haben richtig gelesen: Serge Falck macht nicht nur Kabarett, sondern singt auch noch – und das nicht einmal schlecht.

Seine auf der Bühne vorgetragenes Soloprogramm wird mit musikalischen Einlagen ergänzt. Es sind jazzige, mal flottere, mal balladigere Chansons mit deutschen Texten, mit denen er dem Publikum den Spiegel vorhalten möchte. „Ich liebe den Humor, aber die Berührung ist die noch edlere Verführung. Es muss nicht jede Minute ein Lacher sein. Die Aufmerksamkeit, der Lohn ist nicht immer nur das Lachen.“

Es gibt im Programm auch einige stille Momente, in denen sich Serge Falck von seiner ganz persönlichen Seite zeigt. „Es gibt Kabarettisten, die den ganzen Abend eine Wuchtel nach der anderen schieben, aber am Ende weiß man nichts über die Person auf der Bühne. Ich hingegen will die Menschen auf eine andere, persönliche Weise abholen.“ Er singt und redet sich dabei von einem Thema zum nächsten. Auch Politik wird verhandelt: „Ich nenne aber keine Namen, sondern betrachte Tendenzen kritisch. Das Hinhauen auf Politiker mag ich nicht. “

Bandbegleitung

Serge Falck gibt in seinem ersten Kabarettprogramm, mit dem er seit geraumer Zeit durch Österreich tourt, den wortgewandten und umsichtigen Gastgeber, der sich nie hinter Witzen versteckt. Er selbst beschreibt es als „Humor mit Tiefgang, aber nicht unter die Gürtellinie.“ Begleiten lässt er sich von einer souverän agierenden Band, die ihm auf der Bühne den Rücken stärkt.

Kennen die Musiker ihr Programm bereits in und auswendig? „Nein, ich ändere auch immer Kleinigkeiten, damit sie nicht einschlafen“, lacht Falck.

Termine: 13.10. – Wien, Theater Akzent; 18.10. – St. Veit a.d. Glan; 21.11. – Wien, Theater Akzent. www.falck.at