Kultur
10.11.2016

Rod Stewart in Wien: Ewiger Bub mit neuen Socken

Rod Stewart gab in der Wiener Stadthalle Unterricht im Wohlfühlen.

Humor hat er ja (und Geschmack auch). Wie es sich für einen Briten gehört. Vor seinem Konzert in der gut besuchten Wiener Stadthalle ließ Rod Stewart Lieder der Beatles spielen (das erfordert übrigens Mut – denn damit vergleicht man sich automatisch mit den Besten der Besten). Dann kam die Champions-League-Hymne. Und dann noch die Filmmusik von "Die Glorreichen Sieben". Und dann ging es los.

Zuerst spielte die sehr große (bis zu drei Schlagzeuger!) Band den Instrumentaltitel "Soul Fingers" der skandalöserweise vergessenen Soul-Funk-Gruppe The Bar-Kays, bevor Rod endlich die Bühne betrat und "Having A Party" anstimmte. Wer Rod Stewart in den achtziger Jahren live gesehen hat, wird sich vielleicht gedacht haben: Vorsichtig ist er geworden, beim Herumrennen und auch bei der Stimmführung. Aber er hat hat auch mit 72 immer noch den Charme des ewigen Buben und das Charisma eines großen Stars.

Enjoy!

Er scheute sich nicht, auf die Politik anzuspielen, begrüßte das Publikum "on a very, very controversial night" und versprach das, was ein Sänger einer Rockband tun kann: Entertainment. Gelegenheit "to enjoy yourselves!".

Und genau das gibt es dann auch: Hits, Hits, Hits, "Tonight’s The Night", "Baby Jane", "Rhythm Of My Heart", "I Don’t Want To Talk About It", "Maggie Mae". Besonders herzenswarm interpretiert: das wunderbare "You Wear It Well".

Die sehr dekorative, aus Damen und Herren zusammengesetzte Band spielte näher am Soul als am Rock, mit viel Gefühl, und ja, ein paar Saxofon-Soli weniger wären auch ok gewesen.

Als ihm ein Fan Socken im Design seines Lieblingsfußballvereins zuwarf, wirkte Rod gerührt: "Ich habe wirklich alles, aber Celtics-Socken hatte ich noch nicht".