© Mato Johannik/Matthias Mato Johannik

Kultur
03/05/2020

"Praterstrasse": Eine Bar, die mehr sein will

Die "Praterstrasse" im ehemaligen ATV-Gebäude in Wien ist Kaffee, Kunstraum, Lounge, Bar und Nacht-Location in einem.

von Marco Weise

Das Erdgeschoß Ecke Praterstraße und Aspernbrückengasse ist kaum wieder zu erkennen. Nach dem Auszug von ATV sind die Räumlichkeiten fast zwei Jahre leer gestanden. Bis sie von einem Team rund um Heinz Tronigger (Gründer von Radio Superfly, ehemaliger Betreiber der Meierei im Stadtpark, Roxy und Albertina Passage) und Hennes Weiss (ehemalige Betreiber der Pratersauna, Lighthouse-Festival-Gründer) und zwei weiteren Partnern entdeckt und gepachtet wurden. Für mindestens die nächsten zwei Jahrzehnte. Dementsprechend nachhaltig und ehrgeizig ist das Projekt, das sich schlicht "Praterstrasse" nennt und ab Freitag in Betrieb ist, auch angelegt.

Eineinhalb Jahre wurde umgebaut, entwickelt und an einem internationalen Multichannel-Konzept gefeilt, das mit einer Vielzahl an Ideen zu unterschiedlichen Tagszeiten ausgestattet ist. Alle aufzuzählen, würde hier den Rahmen sprengen. Daher hier nur ein Auszug: Brigitte Kowanz, die Österreich bei der Biennale in Venedig vertreten hat, hat das Objekt „Introduction” als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Martin Grandits, nach dem eine eigene Lounge benannt ist, stellt einige Kunstwerke, wie etwa einen Haufen weißer Socken hinter dem Glastisch aus, die man auf Anfrage auch kaufen kann. Im Eingangsbereich hängt ein Bild von Hubert Scheibl. „An jede Ecke gibt es etwas zu entdecken“, sagt Philipp Brandstätter, der gemeinsam mit Andreas Pust für die Innenausstattung verantwortlich ist.

 

Aber trotz diesem Übermaß an Ideen wirkt der Club nicht überladen. Es treffen 70er-Jahre Retro-Elemente auf modernes Design und ein von Lichterloh.tv und Philipp Brandstätter entwickeltes Lichtkonzept. Unaufdringlich zeitlos sind die Vintage-Ledercouchen, die sich farblich mit Grauabstufungen spielen. Ein endloser Travertin wird von Beton-Mittelleitplanken getragen und stellt die wuchtige Bar in den Fokus des Raumes. Urbanes Design, Leitschienen auf der Tanzfläche und das Logo des Clubs (ein Autobahnzeichen ohne Brücke) sollen die Straße in den Club bringen.

Die Tanzfläche, ausgestattet mit einer einzigartigen, aufwändig gestalteten und beweglichen Licht-Installation des Künstlerkollektivs Lichterloh.tv geizt auch mit dem Sound nicht. Installiert wurde einer der ersten weltweit installierten „Lambda Labs Soundshowroom“ vom Unternehmen Pro Performance, unter Experten als eines der besten Soundsystems der Welt gehandelt. Die extra für den Raum konzipierte Konstruktion für den DJ, lässt sich schnell zu einer Bühne für Live-Konzerte umbauen.

Das der Lärm nicht nach draußen dringt, soll die vom Gebäude entkoppelte „Raum-in-Raum-Konstruktion“ des ehemaligen Fernsehstudios verhindern. Dabei hilft auch eine Soundschleuse beim Eingang zum Hinterzimmer, wie der Clubraum genannt wird, mit „Active-Noise-Cancelling“-Technologie, die sensationell funktioniert. Der KURIER konnte sich davon überzeugen. Zusätzlich wurde noch die Fassade getauscht und durch extra schalldichte Dreifach-Verglasung ersetzt. Geplant ist auch ein Gastgarten in der Praterstraße. Dieser soll ab 1. Mai in Betrieb gehen. Dann startet man auch mit der Küche, durch die sich „ein eigenes Sauerteigkonzept“ ziehen wird, wie Hennes Weiss dem KURIER sagt.

Öffnungszeiten: Bar ab 10. März bis Mai: Dienstag bis Samstag. Ab 17 Uhr

Eingang Tagesbetrieb: Praterstrasse 18, 1020. Nach 22 Uhr Zugang via Aspernbrückengasse 2.

Eröffnungswochenende: Freitag und Samstag ab 21 Uhr.

Ab 11. März folgt der Launch des „HipHop Cafe“, ab 12. März von Donnerstag bis Samstag Clubprogramm (Kommunikation ausschließlich über die eigens entwickelte App "Praterstrasse", die in den kommenden Tagen online geht - Download über Google- und Apple-Store möglich)

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