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Musik
01/27/2019

Pippa: "In Las Vegas geboren, in Hartberg verloren"

Die von Wien aus agierende Sängerin und Schauspielerin Pippa veröffentlicht mit "Superland" ihr hörenswertes Debütalbum.

von Marco Weise

Die von Wien aus agierende Schauspielerin und Sängerin Pippa Galli sucht als Pippa auf ihrem Debütalbum die Poesie in der Tristesse, die Schönheit im Gemeindebau. Ihr größter Wunsch: „Einmal Riesenrad fahr‘n, das wär toll“. Es ist einer von vielen Sätzen auf dem Album, die hängen bleiben.

Die zwölf Songs auf „Superland“ schunkeln zwischen Deutsch-Pop, Hildegard Knef-Chansons und – ähm – anspruchsvollem Schlager, der mit Hollywood-Grandezza der 60er-Jahre aufgesext wird. Dabei umgibt einen eine Melancholie, die zwar irgendwie bedrückend wirkt, aber zugleich auch Besserung verspricht.

 

 

Gemeinsam mit Hans Wagner (Neuschnee, Das trojanische Pferd) hat Pippa Lieder geschrieben und instrumentiert, die stets von einer Verlierer-Note umweht werden. Zu molligen Melodien, schmolligen Flächen aus dem Keyboard und zeitlupenhaft schlurfenden Beats wird immer wieder das Clown-Thema (etwa im Song „Weißclown“) bedient. So ein Clown ist ja der perfekte Widerspruch – bei aller Heiterkeit bleibt in seinem Gesicht immer eine gewisse Traurigkeit zurück. Und genau diese Ambivalenz zieht sich wie ein roter Faden durch das Album, das von Herwig Zamernik im Wiener Lotterlabel-Studio produziert wurde.

"In Las Vegas geboren, in Hartberg verloren“, heißt es im Song "Loser". Leben bedeutet scheitern. Aber wenn man schon fällt, dann mit Glamour und im großen Stil. Ganz nach dem Motto: "Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen". In diesem Zusammenhang sind Pippa ein paar herausragende Nummern gelungen.

Auch neu: Deerhunter: "Why Hasn’t Everything Already Disappeared?"
Die US-Amerikaner besingen auf ihrem neuen Studioalbum den Untergang der Menschlichkeit. Diese misanthropische Weltuntergangsstimmung verpacken sie in betörend schöne Songs, in denen der rumpelnde Beat das Tempo vorgibt und sich die Band nach vergangenen, besseren Zeiten sehnt, die es nie gegeben hat.

 

Die Türen: "Exoterik Rock"
Die deutsche Band, bei der auch der Ex-Burgenländer und Wahl-Berliner Andreas Spechtl dabei sind, legt ein Album vor, das vom Größenwahnsinn geküsst wurde und dem Zeitgeist  den Mittelfinger zeigt. „Exoterik“ krautrockt knapp zwei Stunden gefällig dahin. Zu jedem Riff gibt es auch die passende Parole: „Miete, Strom, Gas“.

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