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Kultur
01/04/2021

Philipp Hochmair: "Jenseits von Gut und Böse“

Der Schauspieler über „Blind ermittelt“, Grenzgänge und den „Jedermann“.

von Peter Jarolin

Wenn heute, Montag, Alexander Haller in „Blind ermittelt“ (20.15 Uhr, ORF 1) auf Mörderjagd geht, dann heißt es für einige der Beteiligten Endstation Zentralfriedhof.

Denn in Wien geht ein Serienmörder um. Und dessen Taten haben viel mit jenem Anschlag zu tun, bei dem Haller vor vier Jahren seine Verlobte und sein Augenlicht verloren hat. Eine Reise in die Vergangenheit also?

Philipp Hochmair lacht im KURIER-Gespräch: „Die Geschichte von Alex Haller ist wie die seines Kumpels Niko (Andreas Guenther, Anm.) ja noch längst nicht auserzählt. Das ist das Schöne an ,Blind ermittelt’ – wir haben dank der Drehbücher noch einige Überraschungen parat. Und es ist Balsam für die Seele, so eine Serie drehen zu dürfen.“

Die Drehbücher zu den Folgen sechs und sieben sind bereits in Arbeit.

Vertuscht – dokumentiert

Hochmair: „Ich weiß, welches Privileg es ist, in Zeiten der Pandemie drehen zu dürfen. Mit den obligaten Tests, mit den Fiebermessgeräten am Körper geht das.“

„Blind ermittelt“ wurde im Sommer realisiert – bei weitem nicht das einzige Projekt des Ausnahmeschauspielers. Immerhin gibt es auch die sechste und finale Staffel der „Vorstadtweiber“, in der er noch einmal als Paradebösewicht Dr. Joachim Schnitzler glänzen darf. „Fünf Folgen sind im Kasten; die letzten fünf drehen wir bald.“

Dazu kommt noch via ARD und Netflix die dritte Staffel der Erfolgsserie „Charité“ (ab 12. Jänner), in der Hochmair gewohnt charismatisch den österreichischen Arzt Otto Prokop mimt, der in der DDR die Todesursachen der vielen Mauertoten vertuschte, sie aber für die Nachwelt penibel dokumentierte.

Und wenn wir schon geografisch in Berlin sind. Dort befindet sich auch Hochmair, der „trotz schrecklich leerer Straßen“ ohnehin in „einem geschützten Set“ lebt und wieder an seine Grenzen gehen muss und darf.

„Wannsee“ – so lautet der Titel einer ZDF-Produktion, die im Jänner 2022 ausgestrahlt werden soll. Inhalt: Die berüchtigte „Wannsee-Konferenz“, bei der am 20. Jänner 1942 in einer Villa am Berliner Wannsee die systematische wie historisch beispiellose Ermordung von Millionen von Juden und NS-Gegnern geplant wurde. Vorsitzender unter den NS-Größen: Reinhard Heydrich, der vier Monate später bei einem Attentat getötet wurde. Zur Vergeltung verübte das Nazi-Regime die Massaker von Lidice und Lezaky. Heydrich wird von Hochmair gespielt.

„Das ist Jenseits von Gut und Böse, das ist unvorstellbar, wie sachlich, wie bürokratisch-brutal diese ,Endlösung’ abgewickelt wurde. Da gehe ich emotional wirklich an meine Grenzen“, so Hochmair. Nachsatz: „Es ist extrem wichtig, das zu zeigen.“

Zwei Jedermänner

Und das Theater? „Da tanke ich Energie.“ Doch hat Hochmair, der nach seinem furiosen Einspringen 2018 (für den erkrankten Tobias Moretti) als Topfavorit für den neuen „Jedermann“ in Salzburg gegolten hat, die Wahl von Lars Eidinger zum Herren am Domplatz geschmerzt? „Ich bin ein großer Fan von Lars und Verena (Altenberger, die neue Buhlschaft, Anm.). Mit meiner Band ,Die Elektrohand Gottes’ und mir gibt es dank ,Jedermann reloaded’ zwei Jedermänner. Das ist doch auch sehr schön.“

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