Dirigent Franz Welser-Möst während der Eröffnung des Philharmonikerballes

© APA/HERBERT PFARRHOFER

Philharmonikerball
01/23/2015

Gesellschaftliches Ereignis mit einem brillanten "Debütanten"

Zum ersten Mal dirigierte Franz Welser-Möst die Eröffnung, zum bereits 74. Mal mit der von Richard Strauss eigens für diesen Anlass 1924 komponierten "Festfanfare".

von Peter Jarolin

Euch liebt die Heimat, euch ehrt die Welt." Mit diesen Worten verewigte sich der bedeutende österreichische Schriftsteller und Burgtheaterdirektor Anton Wildgans im Ballbüchlein der Wiener Philharmoniker. Das war 1924, genauer gesagt am 4. März, als das Orchester zum ersten Mal zu seinem eigenen Ball bat.

Oder wie es Alexander Wunderer – damals der Vorstand der Wiener Philharmoniker – formulierte: "Wenn die Philharmoniker ihrer alten Tradition eine neue hinzufügen und einen Ball geben, der ein gesellschaftliches Ereignis ist, so festigt das das Standesbewusstsein der Musiker." Vom Festigen des Standesbewusstseins kann natürlich heute keine Rede mehr sein, sind die Philharmoniker doch längst das führende Orchester der Welt. Mit dem "gesellschaftlichen Ereignis" aber hat Wunderer bis heute recht.

Denn auch der inzwischen 74. Ball der Wiener Philharmoniker im einzigartigen Ambiente des Musikvereins – ja, der Goldene Saal ist der schönste Ballsaal der Welt – darf abermals als gesellschaftliches Ereignis gewertet werden.

Der Debütant

Zum ersten Mal mit Dirigent Franz Welser-Möst (54) als Eröffnungsdirigenten, zum bereits 74. Mal mit der von Richard Strauss eigens für diesen Anlass 1924 komponierten "Festfanfare". Tradition wird also großgeschrieben beim Philharmonikerball. Und das, obwohl das Projekt "Ball" nach anfänglichem Erfolg ein Opfer der dunklen Zeitgeschichte wurde.

Denn zwischen 1932 und 1948 gab es – aus naheliegenden Gründen – keinen Ball des Orchesters.

Erst 1949 kehrte mit dem Ball auch wieder die Lebensfreude ein. Ein Mal in ihrer Geschichte mussten die Philharmoniker (nebst vielen anderen) aber nochmals pausieren:

1991 wurde die festliche Veranstaltung aufgrund des Golfkriegs kurzfristig abgesagt.

Lang aber ist die Liste der sogenannten "Ehrendirigenten", also jener von den Musikern Gekürten, die für den musikalischen Auftakt verantwortlich waren (alphabetisch):

Abbado, Bernstein, Böhm, Boulez, Domingo, Furtwängler, Gatti, Giulini, Jansons, Karajan, Kleiber, Krauss, Maazel, Mehta, Muti, Ozawa, Prêtre, Rattle, Schalk, Solti, Thielemann oder Weingartner waren nur einige der Auserwählten.

Und natürlich stand auch der legendäre Geiger und Konzertmeister Willi Boskovsky am Pult "seines" Orchesters.

Denn der Ball der Wiener Philharmoniker ist auch ein Familienfest. Die Musiker feiern mit Künstlern, mit ihrem Publikum und mit Musikfreunden aus aller Welt. Und wer einmal dabei war, kommt gerne immer wieder.

Die Bilder vom Ball

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