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Sabisha Friedberg & Jessica Stam, Paris, 2007

© Peter Lindbergh

Fotografie
02/19/2020

Peter Lindbergh: Ausstellung und Buch zum Lebenswerk des Fotografen

Peter Lindberghs erste selbst kuratierte Werkschau ist nun posthum in einem Bildband mit dem Titel "Untold Stories" erschienen.

von Marco Weise

Er setzte wie kein anderer Supermodels wie Kate Moss, Claudia Schiffer und Linda Evangelista menschlich in Szene. Oft ungeschminkt, mit offenem Blick und nicht als starre Kleiderpuppen. Dabei hat sich der Fotograf Peter Lindbergh für Mode eigentlich nicht interessiert. „Deswegen bin ich auch seit 25 Jahren auf keiner Modenschau mehr gewesen“, sagte er noch voriges Jahr in einem Interview in Paris. Vielleicht wurde er deshalb einer der großen Fotografen der Modewelt.

 

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Werkschau
Der Düsseldorfer Kunstpalast zeigt noch bis 1. Juni 140 seiner Fotografien - auch viele unbekannte. Der Titel der Wanderausstellung, die von Düsseldorf nach Hamburg, dann weiter nach Darmstadt zieht und schlussendlich in Neapel endet: „Peter Lindbergh: Untold Stories“.

Es ist die erste, von dem Starfotografen selbst gestaltete Ausstellung. Aber tragischerweise kann Lindbergh diese Premiere nicht mehr erleben. Er starb im September 2019 im Alter von 74 Jahren. Kurz zuvor, Ende August, schickte er eine letzte SMS: „Ausstellung ist fertig“, lautete die Textnachricht an das Museum. „Es ist sein Werk, die Zusammenstellung hat er getroffen“, berichtete Museumsdirektor Felix Krämer.

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Wüste
Ein Großteil der Aufnahmen ist noch nie gezeigt worden. Dazu gehören Landschaften, etwa Bilder aus der Wüste, Stillleben von einem Tisch voller Meeresfrüchte und viele Porträts. Darunter ist der Kopf eines Delfins, den er 1992 in Florida aufnahm, oder ein Pferd vor einer Steinmauer. Modeszenen etwa für die „Vogue“ und andere große Magazine sind in großen Formaten zu sehen. Bis auf wenige Aufnahmen sind die von Lindbergh ausgewählten „Best of“ schwarz-weiß gehalten.

Die Arbeiten, die ihm am Herzen lagen, hängen in Reihen übereinander in teils extremen Großformaten. Modeshootings zeigen Models an düsteren Orten - einem historischen Maschinenraum oder mit Zigarette am abgegessenen Tisch in einem heruntergekommenen Hafen. Die schönen Beine dreier Frauen sind ein Motiv und schwarze Vögel auf einer Parkbank im Herbst. Lindbergh wuchs in Duisburg auf, auch diese Stadt hat er als Hintergrund seiner Fotos gewählt.

Ehemalige Supermodels
Immer wieder tauchen Gesichter der Schönen und Berühmten auf, die sich dem Starfotografen und seinem freundlichen Blick anvertrauten. Claudia Schiffer zeigt auf einem bislang unveröffentlichten Bild Sommersprossen. Starmodel Naomi Campbell präsentiert ihr Gesicht im Großformat, ungeschminkt mit kleinen Unebenheiten. Schauspielerin Nicole Kidman wurde 2016 in Los Angeles in einem schwarzen Lackledermantel porträtiert und in einem luftigen Dessoushemd. Die Schauspielerin Helen Mirren blickt blass und intensiv. Und Antonio Banderas zeigt auf einem Porträt fast nur seine Stirn.

Lindbergh habe sich einfach für Menschen interessiert, meint Museumsdirektor Krämer. „Er ist ihnen nahegekommen, ohne sie zu verletzen.“ Auch die von ihm oft fotografierten Supermodels wussten, dass sie nicht bloßgestellt würden. Die oft in Modefotos vorhandene Glätte gibt es in seinen Bildern nicht.

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XL-Band zur Ausstellung
Das Buch zur Ausstellung ist im Taschen Verlag erschienen. Dieser Band im XL-Format zeigt über 150 Aufnahmen – die meisten im Lindbergh-typischen Schwarz-Weiß gehalten. Nächtliche Straßenszenen und dramatische Settings am Hafen oder in Fabrikruinen belegen sein unnachahmliches Talent als Geschichtenerzähler. Daneben erleben wir private, fast intime Momente mit Persönlichkeiten, die in jahrelanger enger Beziehung zum Fotografen standen: Nicole Kidman, Uma Thurman, Robin Wright, Jessica Chastain, Jeanne Moreau, Naomi Campbell, Charlotte Rampling und andere. Abgerundet wird das Ganze durch ein ausführliches Gespräch zwischen Lindbergh und Kunstpalast-Direktor Felix Krämer sowie eine Hommage von Wim Wenders an seinen Freund Peter Lindbergh.

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