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In a nutshell
02/23/2015

Oscars kompakt: Alles, was Sie wissen müssen

Wer hat gewonnen, wer verloren? Wer hat sich blamiert und wieso trug Neil Patrick Harris eigentlich eine Unterhose? Die Oscar-Verleihung im Schnelldurchlauf.

Wühlen Sie sich nicht lange durchs Internet. Mit diesen 10 Fakten sind Sie für jeden Oscar-Talk gerüstet:

1. DIE GEWINNER: Julianne Moore und Eddie Redmayne wurden als beste Hauptdarsteller ausgezeichnet. Die Oscar-freundlichen Rollen: eine Alzheimer-kranke Universitätsprofessorin und ein an ALS erkranktes Physikgenie (Stephen Hawking). Die Academy liebt traditionell Rollen, in denen sich die Schauspieler auf eine dramatische Transformation zeigen.

Link: Alle Gewinner der Oscargala im Überblick.

2. DER ABRÄUMER: Regisseur Alejandro González Iñárritu lieferte mit "Birdman" den wahrscheinlich lustigsten Film des Jahres - und konnte damit auf ganzer Linie reüssieren: Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera. Nur Michael Keaton ging leer aus. Ein Favoritensieg, und dennoch ist der Film auch insofern überraschend, als dass sich Iñárritu bisher vor allem als Spezialist für schwere Stoffe ("Amores Perros", "Babel") einen Namen gemacht hat.

3. DIE STATEMENTS: Patricia Arquette dankte in ihrere Rede (Sie gewann den Oscar als beste Nebendarstellerin) allen "Frauen, die einen Steuerzahler geboren haben" und forderte "endlich gleiche Löhne für Männer und Frauen."

Link: Kritik von der Oscargewinnerin

4. DER VERLIERER: Es war ein bitterer Abend für Richard Linklater. Über einen Zeitraum von 12 Jahren drehte er "Boyhood" - am Ende sprang nicht mehr als ein Oscar für die "Beste Nebendarstellerin" raus. Hochverdient: Patricia Arquette.

5. BESTER MUSIKAUFTRITT: Lady Gaga sang "Sound of Music" - ganz ohne Ironie, ganz inbrünstig // Tegan and Sara sangen "Alles ist so super" - "Everything is awesome"

6. TREND BESTÄTIGT: Indiefilme erhielten bei den Oscars 2015 deutlichen Rückenwind. Vier Oscars gab es für den Arthouse-Mainstream Film "The Grand Budapest Hotel". "Whiplash" ist vielleicht nicht der beste, sicher aber der effizienteste, der jemals bei den Oscars gewann. 3,3 Millionen Dollar kostete der Indie-Film, drei goldene Oscars konnte das Musikdrama von Regisseur Damien Chazelle am Ende für sich verbuchen. Macht 1,1 Millionen Dollar pro Statue.

7. MÜDE MODERATION: Neil Patrick Harris konnte keine Duftmarken setzen. Sein Auftritt im feinen Ripp wird aber in Erinnerung bleiben. Es war das einzige Hihglight einer ansonsten äüßerst brav geratenen Show.

Link: Neil Patrick Harris, der müde Moderator.

8. DIE ÜBERRASCHUNG: Mut bewies Hollywood dafür in der Kategorie Bester Dokumentarfilm. Hier wurde "Citizenfour" - die Doku über den inzwischen vom Whistleblower zum Staatsfeind gebrandmarkten Edward Snowden, ausgezeichnet. Insgesamt durfte sich Regisseurin Laura Poitras über drei Oscar-Statuen freuen. Das war so nicht erwartet worden.

9. BLAMAGEN: John Travolta küsste sich durch den Roten Teppich. Das war etwas zu viel des Guten.

Link: Oscar-Getuschel: Küsserkönig & Langweiler
Link: Die schönsten Roben der Oscarnacht

10. UNFASSBAR: Sind die Trostpreise, die die "Verlierer" bekamen. Mit im Goodie-Bag ist ein Gutschein für eine Fettabsaugung. Ja, eine Fettabsaugung. Wollte man nicht irgendwann einmal etwas gegen den Magerwahn in Hollywood unternehmen?

Link: Oscar-Trostpreise: Einmal Fettabsaugen für 4000 Dollar