ORF: Krach zwischen "ZiB" und "Report" nach Rede

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Foto: Medienhaus Wien / Walter Henisch Das Report-Team des Report beim Walther-Rode-Preis. Robert Wiesner steht zur Linken von  Moderatorin Susanne Schnabl.

"Report"-Chef Robert Wiesner attackierte die "ZiB"-Innenpolitik

Update 20.00 Uhr: Reaktion Hans Bürger

Im ORF hängt seit Montagabend der Haussegen ordentlich schief. Grund dafür ist die Dankesrede zum Walther-Rode-Preis von "Report"-Chef Robert Wiesner, in der er die "Zeit im Bild"-Innenpolitikredaktion indirekt attackierte.

"Das ist dann nicht mehr lustig"

Er brachte ein Beispiel eines ÖVP-Mannes, der versucht habe, eine Nachricht in eine bestimmte Richtung zu drehen. Dessen Botschaft lautete laut Wiesner: "Man sollte bloß nicht übersehen, dass SPÖ-Chef Kern in seiner Pressekonferenz soeben gesagt habe, sein Plan A sei sogar für seine eigenen Wähler zu schwer zu verstehen." In der "Report"-Redaktion habe man "über den mäßig raffinierten Versuch, uns einen Spin anzudrehen" gelächelt. "In den Qualitätszeitungen findet sich keine Spur davon, aber in einer Sendung im ORF klingt's ganz ähnlich. Das ist dann nicht mehr lustig." Offenbar hatte die Bemerkung auf die "Zeit im Bild" abgezielt, wo der Sager in einem Beitrag unterkam und Innenpolitikchef Hans Bürger in einer Analyse ebenfalls auf die Komplexität des Plan A zu sprechen kam.

"Als Diener weiterleben"

Wiesner sagte auch: "Der Preis wäre jedenfalls zu hoch, denn wer sich einer politischen Gruppe als Freund anbietet, darf sich nicht wundern, wenn die dann ständig Freundschaftsdienste von ihm verlangt. Und wer sich andient, wird als Diener weiterleben müssen." Zum KURIER sagte Wiesner: "Das ist mein Credo. Ob das Beispiel jetzt das beste oder das schlechteste dafür war, das ist für mich zweitrangig."

Bürger: Illoyalität und Nestbeschmutzung

Am späten Nachmittag macht Bürger seinem Ärger intern Luft. In einem Mail an ORF-Chef Alexander Wrabetz und mehrere ORF-Journalisten schrieb er: "In bald 31 Jahren ORF habe ich bei all der Härte der Auseinandersetzungen in diesem Haus erst sehr selten erlebt, dass ein leitender ORF-Redakteur bei einer öffentlichen  Dankes-Rede nach einem Medienpreis  den Verdacht der Manipulierbarkeit direkt auf seine eigenen Kollegen lenkt. Und immer war aus meiner Sicht einmal zu viel. Illoyalität und Nestbeschmutzung ist immer abzulehnen, auch wenn es das Ego noch so befriedigt." Die Auswahl über Zitate sei jedenfalls durch die Redakteure erfolgt.

(kurier) Erstellt am
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