Kultur
16.05.2018

ORF-Chefredakteure: Kalte Schulter für "Fixstarter"

Info-Redakteure lehnen bei Hearing kolportierte Politik-Wunsch-Besetzungen ab: "Deutliches Zeichen an Wrabetz"

Sie sind zwar in der Sache an sich machtlos und trotzdem haben sich die ORF-Info-Redakteure machtvoll zu Wort gemeldet: Bei den Hearings für die neuen Channel-Chefredakteure konnten die kolportierten Fixstarter gar nicht punkten. Keiner von ihnen schaffte es in eine Stichwahl.

Für ORFeins vorgesehen sein soll Wolfgang Geier, der beim Hearing am Mittwoch gegen Thomas Faustmann, Stellvertreter von ORFeins-Info-Chefin Lisa Totzauer, und „ZiB“-Redakteur Andreas Mayer-Bohusch antrat. Die Redaktion sprach sich schon im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit für Faustmann aus.

Das Schwergewicht des (politischen) Interesses liegt allerdings auf ORF2: FPÖ-Wunsch und Info-Redakteur Matthias Schrom hatte beim Hearing gegen den amtierenden Chefredakteur Fritz Dittlbacher zu bestehen - und ging völlig unter. In der Stichwahl konnte sich Dittlbacher gegen Wirtschaftsressortchef Christoph Varga durch. Das werteten teilnehmende Redakteure als ein "massives Zeichen der Redaktion an den Generaldirektor und einen Vertrauensbeweis für Dittlbacher." Weitere Klatsche für Wrabetz: Unter den Bewerbern war mit Patricia Pawlicki („Hohes Haus“) nur eine einzige Frau, was den von der UN als Frauenförderer geehrten ORF-Chef auch nicht gerade zur Ehre gereicht.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz steht nun vor der Stiftungsratssitzung am Donnerstag vor der Situation, dass er, so wie es kolportiert wird, bei vier relevanten Posten-Besetzungen drei Mal gegen die Redaktion entscheiden müsste, um die Koaltionswünsche erfüllen zu können.