Martin Peneder drückte zur richtigen Zeit auf den Auslöser und darf sich nun über den "Objekt 2016" freuen.

© /Martin Peneder

Objektiv 2016
06/21/2016

Pressefoto des Jahres zeigt ein glückliches Flüchtlingsmädchen

Österreichs Pressefoto des Jahres kommt von Hobbyfotografen Martin Peneder.

Ein Bild des Flüchtlingsmädchens Dunja ist Österreichs "Pressefoto des Jahres". Das Motiv zeigt das lächelnde Mädchen, als es sich im Sommer des Vorjahres bei 35 Grad Hitze im Wassernebel aus Rohren der Feuerwehr von Feldkirchen an der Donau abkühlte. Der Hobbyfotograf und Feuerwehrmann Martin Peneder wurde für die Aufnahme Dienstagabend mit dem "Objektiv 2016" ausgezeichnet.

Peneders Bild verbreitete sich zunächst viral via Facebook und wurde danach von zahlreichen österreichischen und internationalen Zeitungen abgedruckt. "Das Bild illustriert das wichtigste politische Thema des vergangenen Jahres auf besondere Weise: Es geht in der Flüchtlingskrise nicht nur um Leben und Tod, Sorgen und Ängste, Staatskrisen und Grenzzäune, es geht um Menschen, um Kinder, die sich an den selben Dingen freuen wie alle anderen Kinder auch. Das Bild berührt den Betrachter. Es gibt Hoffnung", so das Urteil der "Objektiv"-Jury.

Dunja bei Preisverleihung dabei

Der Fotograf freute sich schon vor der Auszeichnung über die große mediale Aufmerksamkeit für sein Bild. "Wir hätten nie mit so einer Resonanz auf die Bilder und auf unsere Aktion gerechnet und freuen uns nach wie vor, dass wir soviel Zuspruch erhalten haben und das eigentlich nur, weil wir Menschen, die alles verloren haben, eine kleine Freude mit dieser Abkühlungsaktion bereiten wollten", so Peneder. Flüchtlingsmädchen Dunja nahm Dienstagabend mit ihrer Familie an der Preisverleihung im Wiener Metropol teil.

Der von der APA - Austria Presse Agentur vergebene und erstmals von der Bundesinnung der Berufsfotografen und APA-PictureDesk gesponserte österreichische Preis für Pressefotografie wurde dabei in insgesamt sechs Kategorien vergeben. Peneders Aufnahme gewann auch die Sparte Innen- und Außenpolitik.

Die Flüchtlingsthematik war das dominierende Motiv beim "Objektiv 2016". In der Kategorie Innen- und Außenpolitik landete etwa auch KURIER-Fotograf Jürg Christandl mit seinem bekannten Bild von Asylwerbern im Angesicht einer FPÖ-Protestaktion unter den besten bzw. nominierten Aufnahmen.

"Auf der Flucht"

Bei den Fotoserien siegte Christian Bruna mit der Bild-Reportage "Auf der Flucht". Die für die Nachrichtenagentur Associated Press produzierte Serie zeigte Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Österreich in Nickelsdorf, im ungarischen Röszke und im slowenischen Sentilj. Gegenüber dem KURIER freut sich Bruna über die Auszeichnung: "Wer mich kennt weiß, dass die Flüchtlingskrise von Anfang an mehr als Arbeit war. Ich bin davon überzeugt, dass niemand von uns wegschauen darf. Und den Menschen, die weniger Glück hatten, als wir hier in Österreich, ein Gesicht zu geben ist das Mindeste was ich als Fotograf machen kann. Es geht um Menschen und nicht um politisches Spielzeug." Ein ausführliches Interview mit Christan Bruna, der mittlerweile für die EPA arbeitet, finden Sie hier.

Die Kategorie Chronik ging an Volker Weihbold von den Oberösterreichischen Nachrichten für ein Bild von einem Treffen der letzten Überlebenden und Befreier des Konzentrationslagers Mauthausen.

In der Wirtschaft wurde News-Fotograf Heinz Stephan Tesarek für eine Aufnahme vom letzten Arbeitstag im Werk des Wäscheherstellers Triumph in Oberwart ausgezeichnet.

Standard-Fotograf Robert Newald holte mit einem Bild der renommierten Fotografin Lisl Steiner die Kategorie Kunst und Kultur.

Im Sport gewann Andreas Pranter für die Agentur GEPA pictures mit einem Motiv des Skispringers Gregor Schlierenzauer.

Regeln

Der mit insgesamt 16.000 Euro dotierte Wettbewerb um die besten Pressebilder des Jahres wurde heuer bereits zum elften Mal von der APA vergeben. Die Kategorien-Preisgelder von jeweils 2.000 Euro steuerte heuer die Bundesinnung der Berufsfotografen bei, für den Hauptpreisträger gab es zusätzliche 4.000 Euro von APA-PictureDesk. Insgesamt gab es 2016 rund 400 Einreichungen von über 120 Fotografen. Die eingereichten Bilder mussten zwischen 1. April 2015 und 31. März 2016 in einem österreichischen Medium (Print, Online oder Agentur) veröffentlicht worden sein.

Die Jury

Die Siegerfotos wurden in einem anonymisierten Verfahren von einer Fachjury aus Fotoexperten, Fotografen und Journalisten ausgewählt und die Arbeiten nach inhaltlicher Aussagekraft sowie ästhetischen, technischen und gestalterischen Qualitätsstandards bewertet. Der Jury gehörten heuer Peter M. Bauer (Höhere Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt), Petra Bernhardt (Wissenschafterin, Schwerpunkt visuelle Kommunikation), Klemens Ganner (APA-PictureDesk), Antonia Gössinger (Kleine Zeitung Kärnten), Dragana Heiermann (Kurier), Jann Jenatsch (Keystone), Michael Lang (APA - Austria Presse Agentur), Erich Lessing (Lessing Archive), Sophie Makris (Agence France Presse), Heinz Mitteregger (Bundesinnung der Berufsfotografen) sowie Eva Weissenberger (News) an.

Link: http://www.objektiv-fotopreis.at

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.