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Kultur
08/12/2012

Noomi Rapace: "Sigourney war eine Inspiration für mich"

Als Punkgirl in der "Millennium"-Trilogie wurde sie zum Shootingstar der Filmszene. Im Interview spricht sie über die ihren neuen Film "Prometheus"

von Susanne Lintl

Dass Noomi Rapace, der in Schweden geborene Shootingstar der internationalen Filmszene, so eine harte Rolle wie die des Punkgirls Lisbeth Salander in der "Millennium"-Trilogie verkörperte, ist erst dann plausibel, wenn die 32-Jährige im KURIER-Interview den Mund aufmacht. Denn da offenbaren sich eiserner Wille und Entschlossenheit.

KURIER: Sehen Sie sich in Ridley Scotts Universum als Nachfolgerin Sigourney Weavers?
Noomi Rapace: Nein. Sigourney war natürlich mit ihrer kultigen Performance in den "Alien"-Filmen eine große Inspiration für mich, aber ich wollte schon mein eigenes Ding machen. Ich hatte bisher noch nie in einem Science-Fiction-Film mitgewirkt und war daher mordsmäßig aufgeregt. Aber meine Angst war unbegründet: Ridley kreierte für uns eine Welt, in die wir eintauchen konnten. Er ließ uns seine Welt real erleben, nicht per Green­screen. Er drehte mit uns in Island und schuf eine Szenerie, die die Identifikation mit dem Sphärischen leicht machte.

Hat Ihnen Mr. Scott Ihre Rolle erklärt?
Nein. Er meinte nur: Spiel die Elizabeth so authentisch wie möglich. Ridley gab mir von Anfang an das Gefühl, dass er mich wollte und dass er mir vertraut. Er fragte mich schon, ob ich die Rolle spielen will, bevor es das Script gab.

Glauben Sie an außer­irdische Wesen, an Leben da draußen in den Weiten des Weltalls?
Ich glaube an ein höheres Wesen irgendwo da draußen. An eine Art Supervisor, der alles beobachtet. Als die Dreharbeiten zu "Prometheus" begannen, bin ich in mich gegangen und habe nachgedacht, woran ich glaube. Als Kind hatte ich immer an gute und an schwarze Engel geglaubt und zu ihnen gebetet. Natürlich hatte ich Angst vor ihnen.

Eine der Schlüsselszenen in "Prometheus" ist Ihr Kampf mit einer gigantischen All-Krake, die sich in Form eines Krakenembryos in Ihrem Bauch einnistet.
Das ist eklig, oder? (Sie lacht). Wie ich mir das Ding dann alleine herausoperiere. Das war eine Szene, die mir tagelange Albträume bereitet hat. Ich habe geträumt, dass sich in meinem Bauch etwas bewegt und bin schweißgebadet aufgewacht.

"Wenn ich etwas mache, dann steigere ich mich total hinein."

Ist es bei Ihnen immer so, dass Sie Ihre Rollen auch nach Drehschluss nicht loslassen?
Ja. Wenn ich etwas mache, dann steigere ich mich total hinein. Ich habe immer das Gefühl, ich muss alles selber erleben, was meine jeweilige Figur erlebt. Das ist natürlich hier ein bisschen schwierig, aber – wie man sieht – habe ich auch bei meiner schwierigen Bauch-OP das Letzte gegeben.

Für ein unbekanntes Mädchen aus Schweden haben Sie eine ganz schöne Karriere hingelegt.
Ja, mir kommt das Ganze auch immer wieder surreal vor. Ich bin ganz naiv am Land in Südschweden mit meinen Halbgeschwistern und Pferden aufgewachsen und habe als kleines Licht in einer schwedischen Fernsehserie begonnen. Dass ich die Lisbeth Salander in den "Millennium"-Filmen spielen durfte, war ja schon großartig. Aber dass dann auch noch Ridley Scott an mich glaubt und für mich kämpft, das ist schon erstaunlich. Das hätte ich nie für möglich gehalten.

Bilder, Beginnzeiten und eine eingehende Filmkritik zu "Prometheus" finden Sie auch auf film.at.

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