© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Nachtkritik
12/13/2020

Netrebkos erste Wiener Tosca: Ein Triumph

Wiener Staatsoper bringt den Opern-Superstar unserer Tage auf die Bühne - immerhin fürs Fernsehen.

Nachtkritik. Die erste Kurzeinschätzung dieses Abends könnte unter normalen Umständen mit Formulierungen wie „tosender Applaus“ oder „Hysterie im Publikum“ oder ähnlichen Begeisterungsausbrüchen beginnen. Allerdings gab es keinen Beifall, und die Protagonistin zeigte sich nach der Vorstellung auch nicht vor dem Vorhang.

Es ist Corona. Und es ist schön, dass die Staatsoper trotzdem spielt, im Haus zwar nur für ein paar Journalisten und Angestellte des Theaters, im Fernsehen aber hoffentlich doch für eine Menge Opernliebhaber.

Das Besondere an diesem per se in Pandemiezeiten schon besonderen Abend: Anna Netrebkos Wiener Debüt als Puccinis Tosca. Das hatte sie davor schon in New York und in Mailand gesungen, in der neuen Direktion tut sie es erfreulicherweise auch in Wien. Hoffentlich kommt bald einmal Livepublikum in diesen Genuss.

Netrebko ist fabelhaft, sängerisch perfekt für diese Rolle, berührend mit ihrem dunklen Timbre, mächtig in ihren Ausbrüchen – und sie hat sich seit ihren anderen Auftritten als Tosca sogar noch verbessert.

An ihrer Seite ist (wieder einmal) ihr Ehemann Yusif Eyvazov als recht eindimensionaler Cavaradossi zu hören sowie Wolfgang Koch als sehr schön singender und dennoch ausdrucksstarker Scarpia. Bertrand de Billy brillierte am Pult des Staatsopernorchesters.

An der Wiener Staatsoper wird sie diese Partie in dieser Saison leider nicht mehr singen, dafür im Sommer 2021 bei den Salzburger Festspielen. Dann hoffentlich vor begeistertem Publikum.

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