Kultur
04.12.2018

Namhafter Veranstalter baut mit Musical Addams Family Konkurs

Österreichische Veranstaltungsfirma hatte angeblich Pech mit dem Musical in Berlin. Die Karten waren Ladenhüter.

Im Jahr 2017 verkaufte sich die Veranstaltung des Musicals „Addams Family" in Berlin, welche im selben Format in Österreich mehrfach ausverkauft war, überhaupt nicht, sodass die Ausgaben für die Künstler, die Mieten und auch die Promotion die Einnahmen bei weitem überstiegen“, heißt es in diesem Konkursantrag. „Die dadurch begründeten Verbindlichkeiten von mehr als 400.000 Euro konnten trotz aller Bemühungen bis heute nicht beglichen werden. Eine Rückschau über das vergangene Jahr zeigt auf, dass der operative Betrieb nicht im erforderlichen Umfang gesteigert werden konnte, um die Höhe der Verbindlichkeiten zu senken und auch in Zukunft kein wesentliches und vor allem realistisches Einsparungspotential vorhanden ist.“

Die Wolfgang Werner Entertainment GmbH, mit Sitz in Pitten, Niederösterreich, hat heute, Dienstag, am Landesgericht Wiener Neustadt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das bestätigen die Gläubigerschutzverbände Creditreform, AKV und KSV1870 dem KURIER. Das Schuldnerunternehmen war mit der Organisation und Durchführung von Kultur-, Tanz- und Sportveranstaltungen befasst.  Auch wurden Kongresse, Ausstellungen sowie die Produktion, Promotion und Veranstaltung von Musicals, Opern, Operetten und Kabaretts organisiert und durchgeführt."Alle Arbeitnehmer wurden bereits abgemeldet", heißt es dort.

Detail am Rande: Geschäftsführer Wolfgang Werner ist der frühere künstlerische Leiter der burgenländischen Opernfestspiele St. Margarethen, bekannt als Oper im Steinbruch.

Laut dem Berliner Hauptstadt-Portal berlin.de ist "das Broadway Musical rund um die Grusel-Kultsippe ist ein Riesenvergnügen für die ganze Familie und jeden, der zum Lachen nicht in den Keller muss". Hauptdarsteller: Musicalstar Uwe Kröger als Gomez Alonzo Lupold Addams und Edda Petri als Morticia A. Addams, geborene Frump.

"Eine Fortführung des Schuldnerunternehmens ist laut Schuldnerangaben nicht mehr finanzierbar", weiß Alexander Klikovits vom KSV1870. Der Geschäftsbetrieb wurde bereits eingestellt." Die Schulden werden mit rund 491.000 Euro beziffert. Doch das dürfte nicht alles sein. "Unter Berücksichtigung aller Verbindlichkeiten ist - unter Bewertung der
Vermögenswerte und vorbehaltlichen Einschätzung derselben - eine Überschuldung von rund 500.000 Euro festzuhalten", heißt es im Konkursantrag. 74 Gläubiger sind betroffen.

In der Bilanz 2016 betrugen die Verbindlichkeiten der Entertainment-Firma laut Firmencompass bereits 513.000 Euro, der Bilanzverlust rund 411.000 Euro und das negative Eigenkapital 406.000 Euro.