© KURIER/JĂƒÆ’Ă‚ÂŒrg Christandl

Wiener Staatsoper

"Mozart quasi mit der Muttermilch aufgesogen"

Sascha Goetzel dirigiert "Le nozze di Figaro" am Ring.

von Peter Jarolin

11/14/2014, 06:00 AM

Wenn am Sonntag die neue Spielserie (16., 19., 22. und 25. 11., Letztere auch per Livestream) von Mozarts "Le nozze di Figaro" beginnt, ist dabei ein spezielles DebĂŒt zu erleben. Erstmals nach sieben Jahren (Peter Schneider) dirigiert wieder ein gebĂŒrtiger Wiener Mozart im Haus am Ring: Sascha Goetzel.

FĂŒr Goetzel, der nach einigen Ballettabenden erstmals Oper am Ring macht, ist diese RĂŒckkehr "etwas ganz Besonderes". Denn, so der international gefragte KĂŒnstler: "Als Wiener, als Salzburger oder auch als Prager hat man Mozart ja geradezu mit der Muttermilch aufgesogen. Ich bin schon ganz frĂŒh mit Mozart, konkret mit den Einspielungen des legendĂ€ren Josef Krips, in BerĂŒhrung gekommen. Und als Musiker dann auch mit den Erkenntnissen eines Nikolaus Harnoncourt und anderer Vertreter des Originalklangs."

Ein neuer Klang

Wie geht Goetzel mit Harnoncourts Ideen um? "Wir versuchen, einen neuen Mozart-Klang zu kreieren. Ich glaube nÀmlich, dass es möglich ist, mit einem modernen Orchesterapparat einen lebendigen, spannenden und heutigen Mozart zu prÀsentieren."

Was Goetzel an "Nozze" sonst reizt? "Das ist eigentlich das erste EnsemblestĂŒck der Operngeschichte. Man muss achtgeben, dass die individuellen Charaktere in den Ensembles EigenstĂ€ndigkeit behalten. Dazu kommen die Rezitative, die wir intensiv geprobt haben, um sie noch musikalischer zu machen." Lachend: "Jetzt hoffen wir, dass alles gut lĂ€uft." Anderswo (an der Volksoper, in Innsbruck, St. Petersburg und anderen TophĂ€usern) hatte er mit Mozart große Erfolge.

Wirklich gut lĂ€uft es fĂŒr Goetzel auch bei drei anderen Orchestern. So ist er Principal Guest Conductor des OrchĂ©stre Symphonique de Bretagne und des japanischen Kanagawa Philharmonic Orchestra. Vor allem jedoch ist er Chef des Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra, das unter seiner Leitung in den letzten sechs Jahren zu einem Top-Klangkörper aufgestiegen ist.

Goetzel: "Alle Visionen, die wir in Istanbul hatten, sind aufgegangen. Aber wir planen auch viel Neues, etwa eine Neustrukturierung der klassischen Abo-Konzerte, bei denen dann alle Kunstgattungen miteinbezogen werden sollen. Wir haben also einiges zu tun."

Jederzeit und ĂŒberall top-informiert

UneingeschrÀnkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare

"Mozart quasi mit der Muttermilch aufgesogen" | kurier.atMotor.atKurier.atKurier.atFreizeit.atFilm.atImmmopartnersuchepartnersucheSpieleCreated by Icons Producer from the Noun Project profilkat