Moped 2.0: Kurznachrich­ten aus dem Kleinkunstbio­top

 Fotos: Dietmar Lipkovich. Gebrüder Moped
Foto: Dietmar Lipkovich Franz Stanzl und Martin Strecha-Derkics (re.)

In der Kulisse feierten die Gebrüder Moped am Dienstag Premiere ihres neuen Programms "Tellerrandtango"

Sie wissen es vielleicht nicht, aber die sozialen Medien sind eigentlich eine kleine Fabelwelt. Trolle tummeln sich dort. Und Gschichtldrucker. Und Shitstorms gibt’s obendrauf. Arg. Am schlimmsten ist's auf Twitter. Nirgends wird so gehässig (auch) über die österreichische Innenpolitik hergezogen... Außer im Kabarett vielleicht. Und damit sind wir bei den Gebrüdern Moped angelangt. Erfolgreiche Twitteranten sind die beiden Wiener Franz Stanzl und Martin Strecha-Derkics schon länger – und mit ihrem inzwischen fünften abendfüllenden Kabarettprogramm dürften sie nun auch zu den Chefanalytikern im heimischen Kleinkunstbiotop aufsteigen.

Sprüche wie "Was macht Werner Faymann eigentlich beruflich?" haben sie zuvor nämlich schon in den sozialen Medien ausprobiert – und sie funktionieren auch bei der Premiere ihres neuen Programmes "Tellerrandtango" hervorragend. Großes "Like".

All jenen, die von ihren Kindern schon einmal gefragt wurden, "wie man damals eigentlich ohne Computer ins Internet gekommen ist", sei gesagt: Die Gebrüder Moped können nicht nur Web 2.0. Der "kleine Mann von der Straße", die "alleinerziehende Billakassiererin" oder "die Oma mit dem Sparbuch", kommen hier, nicht wie in der Politik "nur fünf Wochen vor der Wahl" vor, sondern ausreichend zu Wort. Und wie sich die Mopeds im FPÖ-Sprech echauffieren, dass der "Ausländeranteil an der Ausländerkriminalität schon 100 Prozent betrage" ist klassisches Kabarett-Einmaleins – mit alten Tugenden: die Pointen kommen fast im Wordrap daher.

Wer da noch immer nicht mitkommt, kann auf der Leinwand, wo die Fotomontagen aus Twitter projiziert werden, mitlesen. Quasi als Second Screen. So schaut man sonst nur den Tatort – und jetzt eben auch Kabarett.

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(KURIER) Erstellt am
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