Illegal? Scheißegal! Jonas Graber gibt alles

© Susanne Hassler-Smith /Burgtheater

Kitik
12/13/2021

"Monster": Wenn nicht nur die Prußeliese vor der Türe steht

Kritik: Die Burg brachte unmittelbar nach Lockdown-Ende „Monster“ zur Premiere

von Thomas Trenkler

Die Burg startete am Sonntag im Vestibül mit viel Spielfreude aus dem Lockdown heraus – wohl als einziges Theater in Wien. Und gleich mit der Premiere von „Monster“ des schottischen Dramatikers David Greig.

Die Geschichte ist turbulent und völlig unlogisch: Pippi Langstrumpf lebt nun, 16-jährig, in Glasgow. Die Villa Kunterbunt heißt „Saustall“. Der Vater (Rainer Galke) wäre ein rechter Südseekönig, doch er hat Multiple Sklerose und ist quasi blind. Mehrfach bittet er seine Tochter, das Licht anzudrehen. Doch es ist an. Die in Traumwelten der Literatur flüchtende Tochter muss daher hinter ihm die Pisse im Klo aufwischen.

Aber so wirklich blind ist er doch nicht: Nächtens vermag er eingeraucht vor dem Computer stundenlang mit seinem Avatar in digitalen Anderswelten zu kämpfen.

 

Die Mutter ist schon lange tot. In coolen Geschichten für Jugendliche (die Burg empfiehlt „Monster“ ab 13) sind Mütter ja immer tot. Das Problem aber: Die Prußeliese vom Jugendamt hat sich angesagt. Und dann überschlagen sich die Ereignisse. Denn die Internet-Heldin des Vaters (Katharina Pichler) steht als Stalkerin vor der Tür. Sie kommt aus Trondheim und will über die IP-Adresse herausgefunden haben, wo der Seebär wohnt. Leider erklärt sie nicht, wie man das macht. Aber ihr kommen „cunt“ und „cock“ locker über die Lippen.

Und dann steht auch noch der Schulkollege der modernen Pippi – sie heißt Duck, weil der Stolz der Mutter eine Monster von Ducati war – vor der Tür. Er will sie zu Sex in der Öffentlichkeit zwingen. Denn er leidet darunter, für schwul gehalten zu werden.

Die Studierenden Caroline Baas als Duck und Jonas Graber (auch als mephistofelische Fee) geben alles. Elena Kreuzberger hat schräge Kostüme entworfen, zentrales Element auf Anneliese Neudeckers Bühne ist ein knallrotes Lacksofa. Und der Regisseur wurde sehr stolzer Vater: Felix Metzner verbeugte sich mit einem Baby vor der Brust. Die FFP2-Masken-Pflicht galt für dieses sichtlich nicht.

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