Volkstheater-Direktor Kay Voges

© Kurier / Gilbert Novy

Kultur
12/09/2021

Ende Lockdown: Die Wiener Theater zwischen Chaos und Kapitulation

Trenklers Tratsch: Volkstheaterdirektor Kay Voges macht sich eine schöne Zeit, Andrea Mayer findet das nicht so super

von Thomas Trenkler

Am 8. Dezember beteuerte die Bundesregierung mehrfach, dass der Lockdown am Sonntag um 0 Uhr endet – auch für die Theater- und Konzerthäuser. Tags darauf, also am Donnerstag, verbreitete die Stadt Wien bis zum späten Nachmittag eine Falschmeldung. Denn auf der Website war zu lesen: „Der bundesweite, generelle Lockdown endet am 13. Dezember.“ Die Theaterdirektoren schüttelten genervt (oder auch amüsiert) den Kopf, vertrauten aber lieber Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer – und veröffentlichten nun ihre Pläne.

Martin Kušej zum Beispiel setzte für 12. Dezember um 16 Uhr die Premiere von „Monster“ an – im Vestibül. In der Burg geht’s am 13.12. los, im Akademietheater erst am 14.12. (tags darauf ist es schon wieder geschlossen; Bogdan Roščić, der kampfesmutige Staatsoperndirektor, würde sich genieren, wenn einmal der Lappen nicht hochgehen sollte).

 

Am 18. Dezember folgt im Akademietheater eine große Premiere – vom Weihnachtsklassiker „Die Schwerkraft der Verhältnisse“. Und weil sich die Direktoren der Bundestheater immer gut absprechen, bringt am gleichen Abend der scheidende Volksoperndirektor Robert Meyer die Premiere des Kurt-Weill-Musicals „Lady in the Dark“ heraus.

Herbert Föttinger, Direktor der wieder entschuldeten Josefstadt, mischt da eifrig mit: Just am 18.12. ist die Premiere von „Der ideale Mann“ in der Fassung von Elfriede Jelinek (die 2011 im Akademietheater zu sehen war). Erstaunlicherweise hat die Josefstadt zuvor, am 16. und 17. Dezember, wegen „Premierenvorbereitungen“ geschlossen. Da fragt man sich schon: Warum finden sie nicht bereits diese Woche, also im Lockdown, statt?

Kay Voges hingegen beteiligt sich nicht am Kräftemessen: Der Direktor des Volkstheaters hat beschlossen, den Laden bis 7. Jänner dicht zu machen; die erste echte Vorstellung findet am 12. Jänner statt. Er hat ja nicht ganz unrecht: Es würde eh niemand kommen. Im Herbst lag die Auslastung oft unter 20 Prozent. Also jetzt mehr als sieben Wochen Weihnachtsferien – seit dem 22. November.

Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler sah bisher keinen Grund einzuschreiten: Ihr Liebkind darf sich alles erlauben. Aber zumindest Andrea Mayer findet die Kapitulation von Kay Voges nicht so super. Der Bund blecht ja ordentlich für das Stadttheater. Die Staatssekretärin will daher anfragen lassen, ob Voges nicht doch seinem Auftrag nachkommen will. Noch etwas mehr Punch wäre wunderbar.

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