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Kultur Medien
03/19/2020

Wie man trotz Isolation gemeinsam streamt und was man sehen sollte

Dank "Netflix Party" & Co ist Bingewatching mit Freunden gerettet. Wie das funktioniert und was die neue Serie "Feel Good" kann.

von Nina Oberbucher

Gemeinsame Fernsehabende müssen trotz Coronamaßnahmen nicht ins Wasser fallen. Wie man über Wohnungsgrenzen hinweg mit Freunden Filme und Serien schauen kann?

Fürs virtuelle "Netflix & Chill" sind nur wenige Klicks nötig, es muss aber nicht immer der Streamingriese sein. Ein Überblick.

Wo man gemeinsam streamen kann

Netflix

"Netflix Party" ist eine Erweiterung für den Chrome-Browser. Alle Beteiligten müssen dafür Netflix-Kunden sein und die Erweiterung installiert haben. Eine Person startet das gewünschte Video auf Netflix und klickt anschließend rechts oben im Browser auf die rot aufleuchtenden Buchstaben "NP", um den Einladungslink für die anderen zu generieren. In einem Chatfenster neben dem Video kann dann gemeinsam diskutiert werden.

Facebook

Auch bei Facebook gibt es die Möglichkeit, sogenannte „Watchpartys“ zu starten, entweder öffentlich oder nur für die engsten Freunde. Zur Auswahl stehen sämtliche Facebook-Videos und auch die eigenproduzierten Serien des Netzwerks wie etwa „Sorry For Your Loss“ oder „Limetown“.

YouTube, Vimeo & Co

Über watch2gether.com kann man gemeinsam YouTube-, Vimeo- oder andere Videos anschauen. Eine Registrierung ist nicht notwendig, lediglich der entsprechende Einladungslink muss versendet werden. Und natürlich gibt es auch noch das gute alte Telefon für private Film- und Serien-Reviews.

Ist so viel Streaming überhaupt klug?

Wer Bedenken hat, mit Streaming die Netzkapazitäten zu belasten, kann die Auflösung senken (bei Netflix zu finden in den "Wiedergabe-Einstellungen") und sollte Streamingfenster nicht im Hintergrund geöffnet lassen, wenn nicht geschaut wird. Vor einem Internet-Zusammenbruch muss man sich aber derzeit nicht fürchten. (Mehr dazu hier und hier)

Aktueller Bingewatching-Tipp: "Feel Good"

Gutes Timing ist immer so eine Sache. Eine Serie über die Zombie-Apokalypse (wie etwa die zweite Staffel von „Kingdom“, die vergangene Woche bei Netflix angelaufen ist) erscheint jetzt vielleicht nicht ganz so passend.

Eine unterhaltsame, berührende und herzerwärmende Serie mit dem Titel „Feel Good“ könnte hingegen zu keinem besseren Zeitpunkt starten.

In sechs Episoden, die seit dieser Woche beim Streamingdienst Netflix verfügbar sind, spielt die kanadische Comedienne Mae Martin eine überspitzte Version ihrer selbst.

Wie im echten Leben ist Mae nach Großbritannien ausgewandert und macht dort Stand-up-Shows. Als eines Abends Georgina (Charlotte Ritchie) im Publikum auftaucht, beginnt eine intensive Liebesgeschichte zwischen den zwei unterschiedlichen Frauen. „Sie ist wie eine gefährliche Mary Poppins“, erklärt Mae. „Und ich bin Bart Simpson.“

Luftig-locker erzählt „Feel Good“ von schüchternem Kennenlernen, großer Verliebtheit, romantischem Schlüsselaustausch und dem ersten Ausflug zu IKEA (inklusive obligatorischer Meinungsverschiedenheit).

Doch die rosarote Brille verschwindet auch hier.

Denn Georgina erfährt durch Zufall, dass ihre Freundin ihr ein Drogenproblem verschwiegen hat. Und auch Mae entdeckt, welches Gepäck Georgina mit sich herumträgt: Von ihrer verbitterten, weil geschiedenen Mutter hat sie sich etwa abgeschaut, sich nicht zu sehr auf andere einzulassen. Das viel größere Problem ist aber, dass Georgina ihren Freunden nicht erzählen will, dass sie nun zum ersten Mal mit einer Frau zusammen ist.

Maes Ruhelosigkeit wird zusätzlich von ihrer dauerbesorgten Mutter verstärkt (gespielt von Lisa Kudrow), die immer wieder via Skype aus Kanada zugeschaltet ist, und nicht gerade ein gesundes Verhältnis zu ihrer Tochter hat: Dass die beiden sich nicht nahestünden, liege einzig und allein daran, dass sie ein Frühchen war, erklärt sie Mae in kühlem Tonfall.

Trotz all der ernsten Themen und der emotionalen Achterbahnfahrt für die Protagonisten schafft es die Serie, sich immer eine wohlige und optimistische Grundstimmung zu bewahren. Und was könnte man sich zur Zeit mehr wünschen?

Info: „Feel Good“ ist aktuell bei Netflix verfügbar. Dort gibt es auch noch mehr von Mae Martin: Sie ist in einer Folge „Comedians der Welt“ mit ihrem Comedy-Programm zu sehen.

Nicht überzeugt? Was sonst noch läuft

The Plot Against America

Was, wenn die Geschichte anders verlaufen wäre? Basierend auf dem gleichnamigen Roman erzählt die Mini-Serie von einer jüdischen Familie im Amerika  der 40er und vom Aufstieg eines Antisemiten zum Präsidenten. Seit dieser Woche bei Sky, vorerst nur im englischen Original.

Self Made: Das Leben von Madam C. J. Walker

Biographie der afroamerikanischen Haarpflege-Unternehmerin, die zur ersten weiblichen Multimillionärin der USA wurde. Die Serie ist ab Freitag (20. März) bei Netflix verfügbar. 

Blow The Man Down

Zwei Schwestern versuchen, ein Verbrechen zu vertuschen und tauchen dabei immer tiefer in die Unterwelt ihres Fischerdorfes ab. Der Mystery-Film ist ab Freitag (20. März) bei Amazon Prime Video zu sehen.

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