Thomas Stipsits: Zu Weihnachten startet die Eierkratzsaison

Am 30. März (20.15 Uhr, ORF1) ist Thomas Stipsits in seinem dritten Stinatzkrimi zu sehen. „Eierkratz-Komplott“ spielt mitten in der Osterzeit und bringt für seinen Inspektor Sifkovits ungewohnte Herausforderungen.
Eierkratz Komplott - Ein Stinatz Krimi

Dieser Fall geht dem Inspektor Sifkovits besonders nahe. Gerät doch die Baba, seine Mutter (Erika Deutinger), unter Mordverdacht. Erstens, weil ihr Eierkratzmesser im Hals des Opfers gesteckt haben soll. Und weil sie partout nicht zugeben will, warum sie zum Tatzeitpunkt in Wörterberg war. Dort, wo die Leiche eines windigen Finanzinvestors gefunden wurde.

Fünf Menschen sitzen und stehen an einem Gehweg, unterhalten sich und verkaufen bunte Eier an einem kleinen Tisch.

Aber halt, Eierkratzen? Trotz eines beliebten Youtube-Videos zum Thema dürfte dieser Begriff nicht jedem geläufig sein. Das Eierkratzen ist ein slawischer Osterbrauch, der im Südburgenland von den Burgenlandkroatinnen in Stinatz praktiziert wird. „Es hat eine sehr lange Tradition“, erzählt Thomas Stipsits. „In der Familie meiner Oma geht das schon über Generationen. Die Frauen bauen sich ihre Eierkratzmesser selber aus alten Rasierklingen, die sie zuschleifen.“ Er selbst habe es als Bub auch probiert. „Ich hab’ aber viele Eier hingemacht. Es ist wirklich schwer.“ Weniger kaputt machen konnte man beim Eierausblasen. Und geholfen habe er vor allem beim Eierspeis essen, meint er mit einem Lachen. Das Ei-Gemisch sei schüsselweise zum Dorfwirt gebracht worden.

Überall Eier

Nach Weihnachten ist vor Ostern war dabei keine leere Phrase. Denn Eierkratzsaisonbeginn sei bei der Stinatzer Oma stets schon am Stefanitag gewesen, sagt Stipsits. „Und zum Ostersonntag hin, im Endspurt, hast du keine Küche und kein Wohnzimmer mehr gesehen, da war alles voll mit Eiern.“ Es galt, vorbereitet zu sein, weil auf den letzten Drücker noch Leute mit Eierwünschen gekommen seien.

Drei ältere Frauen stehen auf einer Straße und halten Eier in Wurfposition, mit entschlossenen Gesichtsausdrücken.

Die "Kopftuchmafia": Erika Mottl, Erika Deutinger und Linde Prelog

Diese Umtriebigkeit der echten Oma wird auch im aktuellen Stinatzkrimi verewigt. Einen wahren Hintergrund habe auch das Geld, das im Tiefkühlfach versteckt wird. Stipsits erzählt: „Als bei uns einmal eingebrochen wurde – ich war noch mit Kathi Straßer zusammen – hat ein Inspektor diesen Tipp gegeben: ,Welcher Einbrecher schaut im Gefrierfach in einer Erbsenschachtel nach?‘“ – Nach dem heutigen Stinatzkrimi vermutlich jeder. Auch die Krimireihe „Columbo“, bei der Stipsits in seinen Krimibüchern Anleihen nahm, soll schon echte Kriminelle inspiriert haben.

Ein nachdenklicher Mann mit Mütze steht im Vordergrund, im Hintergrund steht ein Mann im Anzug mit Priesterkragen.

Sifkovits und sein Freund, der Dorfpfarrer (Clemens Berndorff).

Roy Black hilft mit

Bei der Aufklärung spielt zudem Musik eine Rolle. Stipsits: „Der Roy Black hilft doch ein bisschen mit, den Fall aufzuklären, so viel kann man sagen. Roy Black hilft immer, finde ich. Wenn alle Stricke reißen, bleibt uns immer noch Roy Black.“

Diesmal ist die Nummer „Ein bisschen Zärtlichkeit“ dran. Bei dem Schlager müsse er immer an die steirische Geli-Oma denken, die ihm zu Weihnachten einmal eine Roy-Black-Musikkassette geschenkt habe. „Dass sich Roy Black in den Stinatzkrimis so entwickeln wird, hätte ich mir auch nicht gedacht“, meint der Schauspieler. „Wobei ich am Anfang drauf bestanden hab, dass eine Nummer drin sein muss. Damals war es dem Regisseur Daniel Prochaska eher wurscht, mittlerweile g’fällt’s ihm, glaub ich, sogar.

Den Schalk hat er ebenfalls sichtlich im Nacken, wenn die Frage auf die Gruselelemente im aktuellen Fall kommt. „Dani ist dem Horrorgenre schon sehr zugeneigt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er die Autoren gebeten hat, das reinzuschreiben.“

Drei Personen sitzen an einem Tisch mit Kuchen und Getränken, im Hintergrund serviert eine Frau zwei Gläser Weißwein.

Skeptisch: Erika Mottl, Christoph Krutzler und Linde Prelog

Benko und Esel

Zuletzt hat Stipsits in ein eher unerwartetes Rollenfach gewechselt, er spielt René Benko im TV-Dokudrama „Benko – Size does matter“. „Zuerst habe ich mir gedacht: ,Hat da wer anderer abgesagt?‘“, meint er. „Aber Raymond Ley hat gesagt, dass er bewusst jemanden haben wollte, der eine Reibung zu dem Bild entwickelt, das die Öffentlichkeit von Benko hat. Und so etwas macht eine Rolle interessant. Wenn man zeigen kann, wie diese Figur mit sich kämpft und auch – das mag blöd klingen – ein Mensch ist.“

Ende Mai soll es dann losgehen mit den Dreharbeiten für den „Griechenland“-Nachfolger „Italien oder Non mio Esolo“ fürs Kino. Mit seinen tierischen Spielpartnern – zwei trainierte Eselinnen – gebe es dieser Tage das erste Kennenlernen. „Das wird sehr spannend“, freut sich Stipsits schon mit einem breiten Grinsen.

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