ORF-Zentrum

┬ę Kurier / Gilbert Novy

Kultur Medien
07/26/2022

Streit um "private" Kaffeemaschinen im neuen ORF-Newsroom

Sicherheitschef Pius Strobl gab Weisung aus, Maschinen entfernen zu lassen, Chefredakteure protestierten. Fernsehchefredakteur distanziert sich.

von Philipp Wilhelmer

Kaum hat der ORF seinen nagelneuen multimedialen Newsroom bezogen, h├Ąngt schon der Haussegen schief. Der Grund sind "private Kaffeemaschinen". Noch dazu jene, die au├čerhalb der f├╝r Kaffeemaschinen vorgesehenen Teek├╝chen aufgestellt wurden. Ein entsprechender Mailverkehr zwischen Konzernsicherheit und Redaktion lie├č k├╝rzlich die internen Wogen hochgehen.

"Aus gegebenem Anlass"

Den Anfang machte Sicherheitschef Pius Strobl in einem Rundmail: "Aus gegebenem Anlass weise ich darauf hin, dass die derzeit gehandhabte Aufstellung von Kaffeemaschinen in Arbeitsbereichen des Multimedialen Newsrooms au├čerhalb der Teek├╝chen nicht zul├Ąssig ist und insbesondere private Maschinen sofort abgebaut werden m├╝ssen", schrieb er. "Ger├Ąte mit ORF-Inventarnummer - also im Eigentum des ORF - werden umgehend eingezogen."

Strobl st├╝tzt sich dabei auf die "g├╝ltige Hausordnung des ORF". "Weiters weise ich darauf hin, dass der ORF finanziell gest├╝tzte Kaffeemaschinen in den Teek├╝chen bereitstellt." Offenbar reichten die den ORF-Journalisten nicht zur Befriedigung ihres Koffeinkonsums, denn, so Strobl: "Zus├Ątzlicher Ankauf von Kaffeekapseln oder -bohnen auf Kosten des ORF ist weder vorgesehen noch zul├Ąssig."

"Wir ersuchen dringend..."

Die Redaktion lie├č das nicht auf sich sitzen: "Wir ersuchen dringend diese privaten Kaffeemaschinen vorerst dort zu belassen wo sie sind. Sie einfach zu entfernen entspricht sicher nicht dem Geist professionellen und sozial kompetenten Handelns. Wir werden da Anfang August eine gute L├Âsung finden", so ein weiteres Rundmail, diesmal von den drei Chefredakteuren Hannes Aigelsreiter, Matthias Schrom und Christian Staudinger.

"...werden die Maschinen entfernt"

Strobl konterte in sp├Âttischem Ton: "Sehr geehrte Herren Chefredakteure, bekanntlich lernt man nie aus - die Missachtung der geltenden Hausordnung und der Sicherheitsvorgaben ist also im Umkehrschluss eine "professionelle Handlung". Der Streit wurde vertagt: "Unter der Annahme, dass die Chefredakteure auch die Haftung daf├╝r ├╝bernehmen und mit dem Hinweis, dass das Reinigungspersonal weder entstehende Verunreinigungen noch damit zusammenh├Ąngende Abf├Ąlle beseitigen wird", w├╝rden "diese Kaffeemaschinen bis 5. August 2022, 16.00 Uhr" in den Teek├╝chen stehen gelassen. "Gibt es bis dahin keine anderslautende Weisung der Gesch├Ąftsf├╝hrung zur ├änderung der geltenden Hausordnung, werden die Maschinen entfernt."

Update: Fernsehchefredakteur distanziert sich

Die Causa zog intern weitere Kreise. So hat sich Fernsehchefredakteur Schrom von dem Schreiben deutlich distanziert, wie der KURIER erfuhr. In einem internen Mail befand er ÔÇ×dass wir andere Probleme haben". Er nehme sich aus dieser Diskussion heraus.

Jederzeit und ├╝berall top-informiert

Uneingeschr├Ąnkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare