Florian Gschwandtner und Hans Peter Haselsteiner.

© Puls4/Gerry Frank

Kultur Medien
02/05/2019

Puls4: "2 Minuten 2 Millionen" startet mit neuen Investoren

Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner ist erstmals in der Start-up-Show dabei. Dienstags zeigt Puls4 zwei neue Comedy-Formate.

von Nina Oberbucher

Ausschlafen, am Nachmittag entspannt auf der Couch sitzen und ein Buch lesen – das ist noch ungewohnt für Florian Gschwandtner, der ab heute (Dienstag, 20.15) als neuer Investor in der Puls4-Show „2 Minuten 2 Millionen“ zu sehen ist.

Vor zehn Jahren hat der gebürtige Niederösterreicher gemeinsam mit Freunden Runtastic gegründet: Bekannt ist das Unternehmen vor allem für die gleichnamige Handy-App, mit der man seine absolvierten Joggingstrecken aufzeichnen kann. Ende Dezember hat Gschwandtner Runtastic, das 2015 um 220 Millionen Euro an Adidas ging, verlassen. „Es ist schon noch ein bisschen schräg“, gesteht der 36-Jährige im Gespräch mit dem KURIER.

Wann ein neues Update kommt, was sich in der Firma tut, das erfährt Gschwandtner jetzt zum selben Zeitpunkt wie alle anderen Kunden. Während er sich selbst eine berufliche Pause gönnt, steht er Jungunternehmern aber mit Rat und vor allem Geld bei „2 Minuten 2 Millionen“ zur Seite.

Überzeugungsarbeit

Da versuchen die Kandidaten wieder, Investoren von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen – und vielleicht das nötige Startkapital für ihr Unternehmen zu ergattern. Mehr als 80 Start-ups probieren ihr Glück in der aktuellen sechsten Staffel.

Gschwandtner ist nur einer von zwei neuen Investoren: Auch Nachhaltigkeitsexperte Martina Rohla nimmt zum ersten Mal an der Show teil. Die Neuzugänge springen für Heinrich Prokop und Michael Altrichter ein. Wie gehabt sind wieder Winzer Leo Hillinger, Baulöwe Hans Peter Haselsteiner und Mediashop-Chefin Katharina Schneider unter den potenziellen Geldgebern.

Schnarchfreie Nächte

Dieser Jury präsentiert sich in der ersten Sendung unter anderem Enrico Bottini mit „123Schnarchfrei“: Innerhalb von nur drei Wochen will er mit seiner Erfindung der nächtlichen Ruhestörung ein Ende setzen.

Eine gute Idee allein ist laut Gschwandtner noch nicht ausreichend – entscheidend sei, wer dahintersteht und das Ganze umsetzt. „Wenn jemand beispielsweise auswendig gelernten Text vorträgt und das ganze Konzept zerfällt, wenn man kurz nachfragt – dann wird es derjenige schwer haben. Als Unternehmer muss man auch immer wieder auf verschiedene Einflüsse reagieren. Das ist nicht nur rosig.“

Auch bei „Runtastic“ lief nicht immer alles nach Plan, lange Zeit wollte kein Investor an das junge Vorhaben glauben. „Aber wir haben jedes Nein als Motivation gesehen“, erzählt Gschwandtner. Was die Teilnehmer bei „2 Minuten, 2 Millionen“ durchaus auch machen können: „Wenn ich Nein sage, meine ich das so. Aber die Start-ups können das gerne in eine Motivation umdrehen“, so Gschwandtner. „Wenn sie dann doch Erfolg haben, umso schöner. Im schlimmsten Fall ärgere ich mich, dass ich nicht investiert habe.“

Wie es bei Gschwandtner selbst weiter geht? „Der Plan ist momentan, keinen Plan zu haben. Aber ich weiß: Ich kann auf Dauer nicht, ohne etwas zu tun.“

Neue Comedy-Formate

Direkt im Anschluss an „2 Minuten, 2 Millionen“ zeigt Puls4 zwei neue humorige Shows: "Comedy Grenzgänger" (22.25 Uhr) und "Hatschi & Bratschi" (23.25 Uhr).

Comedy Grenzgänger

In sechs Folgen treten Comedians und Kabarettisten mit Migrationshintergrund auf und beleuchten augenzwinkernd verschiedene Klischeebilder. Der Türke Jack Nuri erklärt etwa: „Wir sagen gegenseitig immer ,Bruda‘, weil wir nicht wissen, wer der Vater ist.“ Mit dabei ist in Folge eins auch die in Teheran geborene Kabarettistin und Schauspielerin Aida Loos, die Moderation von "Comedy Grenzgänger" (22.25 Uhr) übernimmt Comedian und Kinderchirurg Omar Sarsam, der u. a. im ORF bei „Was gibt es Neues?“ zu sehen war.

Hatschi & Bratschi

Die neue Mockumentary (also eine fiktionale Dokumentation) widmet sich ebenfalls dem Thema Migration: Ein Filmteam begleitet den Wiener Proleten Hannes MichaelBratschi“ Brancek und seinen Nachbarn Harish „Hatschi“ Aba Glaubsha auf einer Abenteuerreise durch Österreich. Mit dabei ist Pflegehelferin Jessy Kratchovil. Politik und Wirtschaftskrise, aber auch Liebe und Freundschaft beschäftigen „Hatschi & Bratschi“ (23.25 Uhr).