Polit-Posse um Parlamentsübertragung auf ORF2 ist vorerst zu Ende

Parlament
Der ORF hätte geplant gehabt, Nationalsratssitzungen künftig auf ORFIII zu zeigen. Das ging nicht ohne Protest der Politik.

Es gibt Traditionen, die rührt man besser nicht an. Zur heimischen Polit-Folklore gehört die Übertragung von Nationalratsdebatten auf ORF2 - und zwar bis zur Mittagspause. Der ORF, der seit 2011 einen eigenen Spartensender für Kultur und Information (ORFIII) betreibt, wollte künftig die Liveübertragungen nur mehr dort ausstrahlen. Fast alle Parlamentsparteien liefen Sturm. Der Sender verwies darauf, der Ablauf (bisher ORF2 bis Mittag, danach ORFIII) werde "optimiert". Am Montag lenkte man ein.

Am Nachmittag gab der Öffentlich-Rechtliche bekannt, die Sondersitzung im Nationalrat am kommenden Mittwoch ins ORF2-Programm zu nehmen. Der Sender wird bis zu Mittag ausstrahlen. Traditionell lichten sich danach die Reihen im Nationalrat, weil das Fernsehpublikum nicht mehr zuschaut - auf ORFIII geht die Übertragung der leeren Reihen dann hingegen weiter.

Änderungen unerwünscht

ORF-Generaldirektor Roland Weißmann hatte die Neuerung am 10. Jänner bei einem Willkommens-Termin für Vertreterinnen und Vertreter aus Medien und Kunst nach der fünfjährigen Sanierung des historischen Parlamentsgebäudes verkündet. Am Eröffnungstag des generalsanierten Hohen Hauses am 12. Jänner  von ORF III via Twitter vermeldet: „Parlamentsberichterstattung gibt es künftig nur in ORF III“. Die NEOS verlangten eine Änderung. Am Montag auch die FPÖ.

Kommentare