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ORF-Chef-Wahl: Sagmeister und Höfer für Hearing am Wahltag nachnominiert

Insgesamt sind bisher neun Personen zugelassen.
Ein rotes Stoppschild steht vor einem Zaun, daneben ein rundes Verkehrszeichen und unscharfe Personen im Vordergrund.

Für die ORF-Generaldirektoren-Kür gibt es zwei Nachnominierungen für das offizielle Hearing vor der Abstimmung am Donnerstag. Die der SPÖ nahestehende Finanzausschuss-Vorsitzende Andrea Schellner hat die ORF-Mitarbeiterin Sonja Sagmeister und Ex-ORF-Managerin Petra Höfer für die Teilnahme vorgeschlagen. 

Sagmeister hatte zuletzt in Aussendungen mit Klagen kokettiert und u.a. Altvordere aus der Politik für ein Unterstützungskomitee mobilisiert und damit einigen Druck erzeugt. Die diesjährige Bestellung der ORF-Chefs findet unter neuen gesetzlichen Voraussetzungen statt. 

Verleumdung oder nicht

Der ORF hatte die Journalistin im September des Vorjahres erneut gekündigt. Sie hatte in einem Gerichtsverfahren einen ORF-Kollegen mit einer Falschaussage diskreditiert. Dessen Statement damals: „Ein weiterer Beweis dafür, dass Du es mit der Wahrheit nicht so genau nimmst und Kollegen verleumdest, wenn es Deinen Interessen dient.“ Gegen den Vorwurf der Verleumdung klagte Sagmeister – und verlor.

Ex-ORF-Managerin

Auch die ehemalige ORF-Managerin Höfer hat lange mit dem ORF prozessiert. Sie fühlte sich bei Postenbesetzungen übergangen, hat sich aber mit dem Unternehmen auf einen Vergleich geeinigt. Sie war zuvor Leiterin der Stabstelle ORF-On. In dem Prozess waren auch Vorwürfe der sexuellen Belästigung durch einen ehemaligen, nicht mehr im ORF befindlichen Vorgesetzten thematisiert worden.

Mit Nachnominierung verpassten die beiden allerdings die Chance, sich am Montagabend beim Spartensender ORF III dem Publikum zu präsentieren. Die Sendung stieß mit im Schnitt 84.000 Zusehern und einem Marktanteil von vier Prozent auf überdurchschnittliches Interesse. Gewöhnlich verfolgen am Montaghauptabend im Schnitt 72.000 Zuschauer das ORF III-Programm.

Insgesamt sind nun 9 Personen für das Hearing nominiert. Aus 77 Bewerbungen waren 13 übriggeblieben, wobei eine aus der Schweiz zurückgezogen wurde. 

Nun höheres Beschwerderisiko gegeben

Angesichts der nun erfolgten Nachnominierungen könnte sich das Risiko einer Beschwerde allerdings erhöht haben. Denn als besser qualifiziert Eingeschätzte sind nicht berücksichtigt: Dazu zählt etwa Medienmanager Torsten Prenter, der jahrzehntelange Erfahrung im TV-Business hat und u.a. in der Schweiz den ersten gewinnbringenden Privatsender lanciert - und später erfolgreich verkauft hat. Nicht dabei sind auch Ernst Primosch, jahrelang Kommunikationschef von Henkel, sowie Andrew Solomon (ehemaliger "Universum"-Chef).

Über den Bestellungsakt beschweren könnten sich auch Beitragszahlende, wenn sich 120 für eine Beschwerde zusammenschließen. Auch der Bund oder einzelne Bundesländer könnten einen Antrag einreichen, wenn sie eine Missachtung des Gesetzes vermuten.

Die weisungsfreien ORF-Stiftungsräte unterliegen einer Sorgfaltspflicht. Sie haften bei grober Fahrlässigkeit persönlich.

 

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