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ORF-Wahl-Debatte: Alle Kandidaten wollen eine Gehaltsobergrenze beim ORF

Die Kandidatinnen zur ORF-Wahl diskutierten auf ORF III. Favorit Pig weist politische Vereinnahmung zurück.
ORF-Wahl 26: Vor der Entscheidung

Es mögen viele Köche den sprichwörtlichen Brei verderben. Die sieben Bewerberinnen und Bewerber für die Leitung des ORF ab 2027 rühren bei ihren Debatten aber einen durchaus ähnlichen Medienanalysebrei an: Bei der ORF-III-Sendung zur „Wahl 26“  am Montagabend waren sich die ORF-Chefinnen und -Chefs in spe in ihrer Diagnose über den ORF in weitesten Teilen einig. Digitaler müsste er werden, regionaler, kostenbewusster und jünger, sagten die Bewerberinnen in unterschiedlichen Worten.

Es ging aber auch um Dinge, bei denen man sich alles andere als einig war.

Eingeladen waren jene Sieben, die bisher für das offizielle Hearing am Donnerstag im Stiftungsrat nominiert worden sind

  • Robert Altenburger (ehemals Chefredakteur von Servus TV)
  • Markus Breitenecker (ehemaliger Chef von Puls4)
  • Johannes Larcher (Ex-Hulu-Manager)
  • Clemens Pig (Ex-APA-CEO)
  • Eva Schütz (Herausgeberin Exxpress)
  • Lisa Totzauer (ORF-TV-Magazinchefin)
  • Kathrin Zierhut-Kunz (Geschäfsführerin ORF III)

Aus diesem Kreis wird sich allem Erwarten nach die ORF-Generaldirektion ab 2027 rekrutieren.

Derzeit, wenige Tage vor der Wahl, referieren die Medienmanager und -innen ihr „Wunschprogramm“ über die Zukunft des ORF, wie der als Favorit gehandelte Ex-APA-Chef Pig sagte. 

In dem stehen 

  • die Landesstudios weit oben (Totzauer: „einer unserer größten Schätze“), 
  • die Jugend im Fokus (Breitenecker: „Die Herzen und Hirne unserer Kinder werden auf den Social-Media-Plattformen manipuliert. Wir müssen uns die wieder zurückholen“) 
  • und das Sparen am Horizont (Altenburger: „Endlich einmal in Synergien denken“).

Wobei das auch seine Grenzen hat: Alle außer Schütz würden gegen die jüngsten Sparvorhaben – Mittel, die der ORF aus dem Bundesbudget als Kompensation für den Wegfall des Vorsteuerabzugs bekommt, sollen gestrichen werden – der Regierung klagen. 

Die dabei avisierten 80 bis 90 Millionen Euro seien „mit reinen Strukturmaßnahmen nicht zu machen“, sagt Zierhut-Kunz. Larcher bekräftigte seine Vision, „100 Millionen aus dem Budget zu sparen, ohne das Angebot zu reduzieren“. Aber eine derartige zusätzliche Sparnotwendigkeit „über Nacht“ gehe nicht.

Sparen wollen alle hauptsächlich an den Strukturen, Altenburger konstatierte auch, dass manche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im ORF an ihren Positionen unterfordert seien. Er sprach sich aber auch für eine Gehaltsuntergrenzen aus. 

Pig wolle "zuerst auch in der Führung einsparen" und den "Unternehmensaufbau vereinfachen". Auch im Bereich der Gehaltspyramide werde sich der ORF "neu aufstellen müssen". Pig betonte: "Kulturwandel bedeutet immer auch, die Menschen mitzunehmen".

ORF-Wahl 26: Vor der Entscheidung

Totzauer betonte: "Der Anteil, den wir für Inhalt ausgeben, ist viel geringer als in anderen Medienhäusern", in Relation zu Verwaltung und Technik. Dabei sei "der Inhalt  unser Daseinszweck". Sie sagte: Wenn man sage, dass im ORF Arbeitszeitslisten "ausgedruckt, ausgefüllt, eingescannt und weitergeschickt" werden müssen, "dann wissen wir, wo wir einsparen können".

Breitenecker sprach sich für eine Erhöhung der Einnahmen aus, und für Synergien: Dass er ORF III in den ORF eingliedern will, fand ORF-III-Geschäftsführerin Zierhut-Kunz nicht zielführend: "Es gab einen Grund, warum ausgegliedert wurde. Eingliederung würde nichts sparen." Breitenecker antwortete:" … sagt die Geschäftsführerin einer ausgegliederten Abteilung".

ORF-Wahl 26: Vor der Entscheidung

Gehaltsobergrenze

Teil der Sendung waren auch Abfragen mit Ja-Nein-Taferln.

Alle fanden, dass es eine Höchstgrenze für ORF-Gehälter geben soll (nicht geklärt wurde, wo die liegen solle). 

Weniger klar war die Abstimmung, ob weiter Formel-1-Rennen übertragen werden sollen, rund die Hälfte war dagegen.  

Zwei – Altenburger und Zierhut-Kunz – waren gegen eine Verpflichtung, mehr österreichische Musik zu spielen.

 

Objektiv? Fast.

Abgestimmt wurde auch,ob der ORF objektiv berichtet. Alle Kandidatinnen und Kandidaten finden das – außer Exxpress-Herausgeberin Schütz. Sie referierte auf die „permanenten Äußerungen der Mitarbeiter auf Social Media“. Larcher plädierte dennoch dafür, „die Palette an Meinungen und Interpretationen weitaus vielfältiger darzustellen“, um „Vertrauen zurückzugewinnen“.

Totzauer vermerkte „die vielen schönen Worte“, die gesagt wurden.

Und die Politik?

FPÖ-Stiftungsrat Peter Westenthaler fragte Pig nach politischen Absprachen. Dieser betonte, er habe „mit niemandem in dieser Republik über irgendeine einzige Personalia gesprochen, geschweige denn eine Zusage erteilt“, so Pig, das werde auch so bleiben. Die „harten Bandagen“ belasten „mich nicht“.

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