© Malte Christians/ServusTV

Kultur Medien
10/26/2019

Gabalier-Feierstunde im TV: Alles fing mit einem Arschwackler an

ServusTV feiert heute (20.15 Uhr) mit einer Gabalier-Doku „Zehn Jahre Volks-Rock’n’Roller“

Die erreichten Gipfel sind vielleicht unterschiedlich hoch, der Weg dorthin aber ist ähnlich: Vor zehn Jahren lagen Berge, Urtümlichkeit, Heimat, Natur derart in der Luft, dass sowohl ein TV-Sender als auch eine einzigartige Popkarriere auf diesem Vehikel loskletterten.

Welch historisch glückliche Fügung also, dass ServusTV und Andreas Gabalier heuer zugleich ihr Zehnjahresjubiläum feiern können. Und zwar im dokumentarischen Schulterschluss, und noch dazu am heutigen Nationalfeiertag: Um 20.15 Uhr verehrt der Sender den Sänger, und vielleicht auch ein bisschen sich selbst.

Es gibt eine starke Dreiviertelstunde lang die Kernthemen des von Gabalier und ServusTV durchgeackerten Rural-Hypes: Berggipfel und Lederhose, Gipfelkreuz und Geweihmikrofonhalter.

Und man nähert sich dem Sänger aus der Perspektive, die er bei, huch, kritischen Medien gerne einfordert: Ja nicht frontal, sondern Hand in Hand.

Es ist eine Fandoku, und wer keiner ist, der kann immerhin etwas lernen: So ist die Geburtsstunde des Volks-Rock’n’Roll ein „Arschwackler“ Gabaliers in Florian Silbereisens Show gewesen. Diese Körperbewegung, so schildert einer der zu Wort kommenden Wegbegleiter des Steirers, war dem Schlagerbusiness zuvor fremd; und das ist in diesem Fall kein abwertender Begriff.

Schmusen

Man lernt auch, dass Willi Gabalier den besten Schnurrbart hat; dass mit dem Ende seiner Jubiläumstournee eine Million Menschen Gabalier live gesehen haben und er vier Millionen Alben verkauft hat; dass dieser das Wort „Schmusen“ trotzdem nicht ohne komischen Gesichtsausdruck aussprechen kann.

Und dass alles, worüber sich die von Gabalier gerne kritisierten Medien aufregen, gar nicht so gemeint war. So sagt Gabalier über seine Töchter-lose Hymnendarbietung: „Haben wir keine anderen Sorgen in dem Land?“ Aber halt, der Sänger sagt auch wirklich Versöhnliches, dass er etwa mit seinem „Manderl-Weiberl“-Sager nicht Conchita angreifen wollte. Und dass er, hätte er schon Kinder, keines davon auf einem Holzscheitel knien lassen würde.

Und er spricht auch über seine tragische Familiengeschichte – so, dass man sich am Ende der Doku eine andere wünscht, eine, die weniger selbstgratulierend ist, und stattdessen den Menschen Gabalier greifbar macht.

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