Die Holocaust-Überlebende Malwina Braun mit ihren drei Urenkeln

© ZDF und Frank Marten Pfeiffer/Frank Marten Pfeiffer/ZDF

TV-Tipp
01/24/2020

Die letzten Zeugen der Unmenschlichkeit

3sat begleitet die österreichische Journalistin Alexandra Föderl-Schmid und Fotografen Konrad Rufus Müller zu letzten lebenden Holocaust-Opfern.

von Christoph Silber

Die 93-jährige Psychotherapeutin Giselle Cycowicz überlebte das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und hilft bis heute anderen Shoah-Überlebenden, sich zu öffnen.

Für den 95-jährigen Manfred Rosenbaum endete seine Kindheit mit elf Jahren: Er kam ins Konzentrationslager Bergen-Belsen, wo er Dinge erleben musste, die ihn bis heute nicht loslassen.

Der 81-jährige Mosche Frumin flüchtete mit seiner Familie nach Palästina, acht Jahre seiner Kindheit war er heimatlos.

Für den 90-jährigen Wiener Künstler Arik Brauer zählen Verfolgung, Erniedrigungen und Flucht zu seinen prägendsten Kindheitserinnerungen, obwohl das Judentum in seiner Familie kaum eine Rolle spielte.

Die 94-jährige Malwina Braun überlebte das Konzentrationslager Auschwitz und spricht bis heute kaum über ihre Erlebnisse. Auf ihrem Unterarm befindet sich noch immer die eintätowierte Nummer, die sie als KZ-Häftling kennzeichnete.
 

Rouven Rechs Dokumentation "Die Zeugen – Eine Reise zu den letzten Überlebenden des Holocaust" (Samstag, 19.20, 3sat sowie Mediathek) begleitet die österreichische Journalistin Alexandra Föderl-Schmid und den Fotografen Konrad Rufus Müller bei der Entstehung ihres Buches "Unfassbare Wunder" über die letzten noch lebenden Opfer des Holocaust.Im Fokus stehen dabei die Begegnungen, aber auch die persönliche Motivation der Journalistin und des Fotografen. Föderl-Schmid führt die Gespräche und schreibt die Texte. Müller macht anschließend Porträtfotos der Interviewpartner und versucht, deren Seele fotografisch einzufangen. Ihre Reise führt sie nach Israel, Deutschland und Österreich.

Der Film ist nicht nur eine Recherche-Reise zu den letzten Opfern des Holocaust, sondern ein Plädoyer für das kollektive Erinnern und gegen das Vergessen. Er ermöglicht einzigartige und vielleicht letzte Einblicke.

Alexandra Föderl-Schmid ist seit 2017 Israel-Korrespondentin der "Süddeutschen Zeitung" und durch ihre Arbeit erfahren im Umgang mit Opfern des NS-Regimes. Konrad Rufus Müller porträtiert seit einem halben Jahrhundert unter anderem Persönlichkeiten der Politik, wodurch er sich als "Kanzlerfotograf" einen Namen gemacht hat. Für ihn sind es die ersten Begegnungen mit Holocaustüberlebenden. Sie werden für ihn auch zu einer emotionalen Herausforderung.

Weitere TV-Tipps bei 3sat

Anlässlich des Holocaust-Gedenktags am 27. Januar und 75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau erinnert 3sat mit insgesamt acht Programmbeiträgen an den Völkermord, den die Nationalsozialisten an den europäischen Juden begangen haben und beleuchtet auch den Umgang mit diesem Erbe heute.

Am Montag, 27. Januar, sendet 3sat um 22.25 Uhr den Dokumentarfilm "Marceline. Eine Frau. Ein Jahrhundert" über die französische Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin Marceline Loridan-Ivens, am Dienstag, 28. Januar, um 20.15 Uhr den Spielfilm "Das Tagebuch der Anne Frank" sowie im Anschluss um 22.20 Uhr den Fernsehfilm "Das Geheimarchiv im Warschauer Getto".

Am Mittwoch, 29. Januar, befassen sich noch drei Dokumentationen mit dem Erbe der Shoah: "Die letzten Zeugen. Leben nach der Shoah" um 11.15 Uhr, "Shalom Genossen - Juden in der DDR" um 20.15 und "Schluss mit Schuld? Was der Holocaust mit mir zu tun hat" um 21.00 Uhr. Um 22.25 Uhr folgt abschließend der Spielfilm "Die Fälscher".

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