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Kultur Medien
09/30/2021

"Britney vs. Spears": Ein toxischer Doku-Hype auf dem Höhepunkt

Die Netflix-Doku "Britney vs. Spears" beleuchtet das Drama um den entmündigten Pop-Superstar.

von Peter Temel

„It’s Britney, Bitch“ – Dokus über den Pop-Superstar scheinen gerade das große Ding zu sein. Im Februar verlieh der unter dem Banner der New York Times gedrehte Film „Framing Britney Spears“ der #FreeBritney-Bewegung neuen Schub. Sie schilderte, wie die unter Vormundschaft gestellte Sängerin zum Opfer der US-Boulevardindustrie wurde.

Der aktuelle Hype um Spears-Dokus zeigt, wie groß die Strahlkraft des Superstars weiterhin ist. Kurz vor der juristischen Entscheidung vom Donnerstag, in der Britney Spears einen Teil ihrer Freiheit zurück bekam, erschienen drei weitere Filme. Die New York Times legte mit „Controlling Britney Spears“ und weiteren Enthüllungen nach. CNN zeigte „Toxic: Britney Spears’ Battle For Freedom“ und Netflix veröffentlichte am Dienstag „Britney vs. Spears“.

Regisseurin Erin Lee Carr und Journalistin Jenny Eliscu legen in "Britney vs. Spears" offen, wie sehr sie stets von Britney angetan waren. Dies scheint stilprägend für die Doku zu sein, die wie eine neunzigminütige Solidaritätsbotschaft wirkt.

Die Jahre in Unfreiheit, obwohl die Interpretin von Superhits wie "...Baby One More Time", "Gimme More" oder "Toxic" weiterhin Millionen in diverse Kassen spülte, werden erneut nachgezeichnet. Viel Neues erfahren informierte Fans nicht. Dafür bekommt man einen erschreckenden Einblick, wie eine Pop-Prinzessin durch eine Lebenskrise in die Fänge eines ausbeuterischen Systems gerät, das sich noch dazu als "hybrides Geschäftsmodell" bezeichnet.

Mehrere involvierte Anwälte und ambivalente Figuren in dem Getriebe, wie Ex-Manager Sam Lutfi oder Ex-Freund Adnan Ghalib, stellen ihre Sicht der Dinge dar. Lutfi antwortet zum Beispiel auf den Vorwurf, die Entmündigung seines Schützlings erst ermöglicht zu haben. Auch bestreitet er, der Sängerin Drogen ins Essen gemischt zu haben.

Ghalib, der vom Paparazzo zum Beschützer und Freund der Sängerin wurde, schildert die Geschehnisse im Februar 2008. Damals übernahm Vater Jamie Spears per Eilantrag die Vormundschaft über seine Tochter. „Er wird Britney Spears sein“, wurde Ghalib damals von Journalisten ausgerichtet. Später sollte die Popsängerin sagen: "Er genoss jede Minute davon. Die Kontrolle, die er über jemanden so Mächtigen wie mich hatte, das genoss er zu 100.000 Prozent.“

Etwas bizarr gestaltet sich die Befragung des Geriatrie-Psychiaters Dr. Edward Spar. Er gibt zwar Auskunft über seine generelle Tätigkeit als Gutachter, will aber vor der Kamera nicht bestätigen, an der Beurteilung von Britney Spears' mentalem Zustand mitgewirkt zu haben. Mit anonym zugespielten Dokumenten will die Doku zeigen, dass er an der fragwürdigen Demenz-Diagnose beteiligt war.

Britney distanziert sich vom "Drama"

Vater Spears war zu keiner Wortmeldung zu bewegen, auch Britney Spears gab den Macherinnen kein Interview. Dafür kommentierte sie am Dienstag den aktuellen Doku-Hype auf Instagram: „Ich habe etwas von der letzten Doku gesehen und muss sagen, dass ich mich ein paar Mal am Kopf gekratzt habe.“ Sie wolle sich nun „vom Drama distanzieren“ und trage Weiß – „für neue Anfänge“.

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