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Kultur Medien
09/17/2019

ATV lädt Politiker zum "Blind Date"

Bezirksrat oder Ex-Minister? Wen die Parteien zum Live-Talk schicken, ist geheim. Sylvia Saringer und Meinrad Knapp moderieren.

von Nina Oberbucher

Es könnte eine spontane Elefantenrunde der Spitzenkandidaten werden, vielleicht müssen sich die Teilnehmer dieser Diskussionsrunde aber auch erst einmal mit Namen und Funktion vorstellen: Heute, Dienstag, findet bei ATV um 20.15 Uhr das erste „Polit-Blind-Date“ statt. ÖVP, SPÖ, FPÖ, Neos, Liste Jetzt und Grüne entsenden jeweils einen Kandidaten für die Sendung – wer das ist, sollen die Parteien jedoch für sich behalten. Das Geheimnis wird erst live im Studio gelüftet.

"Keine Freunde von gespieltem Überraschungsfernsehen"

„Vom Bezirksrat bis zum Ex-Minister könnte jeder teilnehmen“, erklärt Sylvia Saringer, die das TV-Experiment gemeinsam mit ihrem Kollegen Meinrad Knapp moderieren wird. „Wir wissen tatsächlich nicht, wer kommt, und wollen es auch nicht wissen, weil wir keine Freunde von gespieltem Überraschungsfernsehen sind“, so Knapp.

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"Ein Blind Date, aber kein Blindflug"

Die Politiker sollen sogar in unterschiedlichen Stockwerken im Gebäude in die Maske kommen, damit auch sie einander erst in der Sendung begegnen. „Wenn die Parteien untereinander kommunizieren, kann man nichts machen, aber wir haben sie eindringlich gebeten, es nicht zu tun“, erzählt Saringer. Und weil sie eben nicht wissen, wer letztendlich im Studio sitzen wird, wollen sich die beiden Moderatoren auch gezielt auf die Themen der Parteien vorbereiten, nicht auf einzelne Personen.

„Es ist auch für die Politiker einmal etwas anderes. Sonst wissen sie genau: Der sagt jetzt dieses, der andere sagt jenes. Wir sind auf jeden Fall gut vorbereitet. Es ist ein Blind Date, aber kein Blindflug“, sagt Saringer.

"Es ist unsere Aufgabe, Neues auszuprobieren"

Das „Blind Date“ ist einmal mehr der Versuch, altbekannte Politikerantworten zu vermeiden. „Wir haben viele Duelle in allen möglichen Varianten und Elefantenrunden ohne Ende. Ich glaube, es ist unsere Aufgabe als Privatsender, nicht immer dasselbe zu machen, sondern da auch mal das Setting zu ändern und Neues auszuprobieren“, erklärt Knapp.

Über zu wenige Sendungen zur Wahl kann man sich derzeit wahrlich nicht beklagen: Heute präsentiert Lisa Gadenstätter in ORF 1 eine neue Ausgabe „Wahlometer“, in ORFIII tagt die „Runde der WahlbeobachterInnen“. Morgen (Mittwoch) steigen in ORF 2 „Die Duelle“, ServusTV lädt am Donnerstag zum „Talk im Hangar-7 Spezial“ und am Sonntag wartet die Elefantenrunde der Privatsender Puls4, ATV und ServusTV – hier moderiert auch Knapp mit: „Das wird sicher noch einmal spannend, vor allem, weil es der letzte Sonntag vor der Wahl ist und alle, die noch irgendetwas platzieren oder probieren wollen, müssen das am Sonntag machen.“

"Es ist wie bei einer WM"

Saringer ist neben dem „Blind Date“ auch im „Reality Check“ zu sehen – am morgigen Mittwoch ist Norbert Hofer (FPÖ) dran, nächste Woche (25. September) nimmt sie die Aussagen von ÖVP-Chef Sebastian Kurz unter die Lupe (Beginn ist jeweils um 22.20 Uhr).

„Mir persönlich kommt schon vor, dass dieser Wahlkampf noch Potenzial in sich birgt, auch wenn es derzeit noch scheint, als ginge es eher nur darum, wie die Koalition aussehen wird“, so Saringer.

Politikverdrossenheit oder Wahlkampfmüdigkeit lasse sich trotz der Vielzahl an entsprechenden Sendungen nicht feststellen – die Quoten sprechen nach wie vor für großes Interesse der Zuseher, so Saringer. Knapp: „Es ist wie bei einer WM. Da beklagen sich die Leute auch, dass angeblich nur noch Fußball im Fernsehen läuft – aber geschaut wird’s trotzdem.“

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