Andreas Guenther ermittelt undercover als Fiaker

© ORF/Philipp Brozsek

Kultur Medien
12/28/2020

Andreas Guenther: „Menschen drehen langsam durch“

Die Serie „Blind ermittelt“ geht mit „Zerstörte Träume“ (20.15 Uhr, ORF 1) in die nächste Runde. Der Schauspieler im Gespräch.

Sie sind zurück: Der blinde, hochsensible Ermittler Alexander Haller (Philipp Hochmair) und sein tatkräftiger, um keinen kessen Sager verlegener Kollege Nikolai (Niko) Falk. „Zerstörte Träume“ heißt der erste von zwei neuen Fällen für das so ungleich-gleiche Duo, der heute, Montag, um 20.15 Uhr auf ORF 1 ausgestrahlt wird. Am 4. Jänner (20.15 Uhr) folgt „Endstation Zentralfriedhof“.

Zuvor aber gilt es, den Mord an einem Bankier aufzuklären, der während einer Vernissage mit Zyankali vergiftet wird. Und dieser Fall erfordert vor allem von Niko besondere Künste, denn die Spur führt ins Fiakermilieu.

Tierisches Vertrauen

Niko-Darsteller Andreas Guenther zum KURIER: „Ja, da muss der Niko undercover als Fiakerfahrer ermitteln. Das hat mir aber bei den Dreharbeiten unglaublichen Spaß gemacht, einmal selbst einen Fiaker zu kutschieren.“ Lachend: „Das Schöne dabei ist, wenn man den Tieren vertraut, geht das auch als Ungeübter ganz gut“, so der gebürtige Grazer mit der Berliner Schnauze.

Doch was macht für Guenther den Erfolg von „Blind ermittelt“ aus? „Der Niko und der Alex Haller sind einfach ein tolles, ideales Team. Ohne Niko würde es Alex nicht geben und umgekehrt. Dazu kommt noch Wien als traumhafte Kulisse, starke Drehbücher und tolle Kollegen. Ich bin schon auf die Bücher zu den Folgen sechs und sieben gespannt. Denn der Charakter des Niko ist noch ausbaufähig. Ich hoffe, das werden wir zeigen dürfen.“

Der Niko, ein in Wien gestrandeter Berliner – was ist das für eine Figur? Guenther: „Ach, das ist so einer, der hat seine Finger überall drinnen. Der mischt in der Halbwelt mit, bei den Kleinkriminellen, kann alles – wenn auch nicht immer ganz legal – organisieren. Aber er hat das Herz auf dem rechten Fleck, ist völlig loyal zu Alex und immer für einen noch so blöden Spruch zu haben.“

Guenther weiter: „Ich bin sehr dankbar, dass wir trotz der Corona-Pandemie drehen durften, mit allen nötigen Tests und allen Präventionsmaßnahmen. Denn da gibt es viele Kollegen, die dieses Privileg nicht hatten, die gar nichts hatten und haben. Bei mir kamen sogar noch zwei Folgen des ,Polizeiruf’ hinzu. Wir leben in einer total verrückten Zeit, die uns alle nur noch nervt.“

Und der vielseitige Künstler ergänzt: „Das ist wirklich keine gute Zeit. Wir müssen uns ja fragen, was macht dieses Scheiß-Virus mit uns? Frankfurt leer, Zürich leer, Berlin leer, Wien leer. Keine Treffen mit Freunden, keine Umarmungen – es gelten immer wieder strengere Regeln. Lockdown, Lockerung, Lockdown, Lockerung, Lockdown – wie lange halten wir als Gesellschaft das noch durch?“

Verrohte Gesellschaft

Nachsatz: „Eine ganze nächste Generation wird vieler Chancen beraubt. Über die Wirtschaft rede ich gar nicht. Aber wo ist die Freude, der Spaß am Leben? Wo geht es hin? Die Menschen drehen langsam durch. Unsere Gesellschaft verroht leider zusehends. Die Einsamkeit nicht zu vergessen! Da muss man dringend gegensteuern.“

Doch können Serien wie „Blind ermittelt“ dabei helfen? Guenther: „Sie können uns zumindest auf höchstem Niveau etwas ablenken. Sogar Niko ist von der Botschaft her eine Art Hoffnungsträger. Der hat sich ja auch durchgekämpft, ist immer über sich hinausgewachsen und er hat keine Angst. Denn Angst ist nie ein guter Ratgeber. Nicht im Fernsehen und im Leben schon gar nicht.“

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