Lisa Kuen (Patricia Aulitzky) ermittelt im Mordfall an einer jungen Frau. Und kommt der eigenen Vergangenheit sehr nah

© ORF/Heinz Laab

Kultur Medien
12/08/2020

Patricia Aulitzky: Landkrimi-Einstand für eine Außenseiterin

In „Das Mädchen aus dem Bergsee“ (20.15, ORF1) ermittelt sie erstmals als Lisa Kuen. Die "richtig sperrige" Figur hat Potenzial für mehr.

Ein Tweet des LKA Tirol über eine tote, junge Frau in einem See im Ötztal lässt Lisa Kuen (Patricia Aulitzky) umkehren. Statt in den halbherzig gebuchten Urlaub zu fliegen, will die Kommissarin den Fall lösen, denn sie kennt Gegend und Leute. Mit ihrem Vorgehen stößt sie aber Kollegen und Umfeld vor den Kopf – wieder einmal. Die Spuren führen sie bald ganz nah an die eigene Familie und Vergangenheit …

Mit „Das Mädchen aus dem Bergsee“ (20.15, ORF1) gibt Patricia Aulitzky heute, Dienstag, ihren Einstand als „Landkrimi“-Cop. „Die Figur ist richtig sperrig, das passt zu Tirol“, meint die 41-Jährige. Aber vor allem passt Lisa Kuen zu ihr. „Drehbuch-Autorin Eva Testor und Regisseurin Mirjam Unger haben mir schon vor Jahren von der Geschichte erzählt. Testor hatte dann irgendwann beim Schreiben mich vor Augen, was natürlich ehrt und schmeichelt. Das liegt aber auch daran, dass ich zu einem Gutteil in Tirol aufgewachsen bin.“

Das hört man auch in diesem Landkrimi. Wobei: „Ich war, ehrlicherweise, zu Beginn relativ nervös, ob mein Tiroler Dialekt überhaupt passt. Meine Mutter hat nie Dialekt gesprochen. Ich hab’ mir dann gedacht, ich geh’ einfach länger vor dem Dreh zurück ins Dorf“, erzählt Aulitzky, die übers Jahr in Wien lebt. „Beim Casting, um meinen Partner zu finden, habe ich aber offenbar so sehr Dialekt gesprochen, dass ich zurückgepfiffen wurde.“ Denn man soll sie auch in Deutschland bei der ZDF-Ausstrahlung verstehen.

Identitätssuche

Am Ende wurde es eine Art „Innsbruckerisch“. Aber „der Prozess der Sprachfindung war für mich auch eine Reise in Sachen Identität, woher ich eben komme, auch wenn ich zu Hause nie Tirolerisch geredet habe, weshalb ich im Dorf auch immer ein wenig die Außenseiterin war. Sich das über eine Rolle zu erobern, war faszinierend.“

Die Auftaktgeschichte um Lisa Kuen ist kein weichgespülter Alm-Krimi mit der früheren „Lena Lorenz“-Darstellerin. Ganz im Gegenteil eröffnet sich Potenzial, „weil Lisa nicht nur die Funktion der Ermittlerin hat. Sie ist hart und gut in dem, was sie macht. Sie trägt aber auch diese Dunkelheit in sich. Sie hat noch einiges aufzuarbeiten und dieser Fall in seiner Tragweite für sie ist erst der Beginn dessen. Eine tolle, vielschichtige Rolle. Ich hoffe, dass man Lisa Kuen noch besser kennenlernen wird können“, sagt Aulitzky.

Frauen-Dominanz gibt es beim Tiroler Landkrimi übrigens auch hinter den Kulissen, bei Regie, Buch/Kamera, Produktion usw. Aulitzky: „Ich habe noch nie mit einem Team gearbeitet, in dem Frauen so präsent waren und ich habe mich wohlgefühlt. Ich bin aber wie so oft der Meinung, dass es nicht als Erstes ums Geschlecht geht, sondern darum, dass hier Menschen am Werk waren, die das, was sie tun, lieben und können.“

Frauenpräsenz

Ob für Zuseher eine weibliche Handschrift sichtbar werde, könne sie nicht sagen, so Aulitzky, „ich weiß nur, dass ich zuletzt mit vielen, sehr coolen, sehr fähigen Frauen arbeiten durfte.“ Etwa mit Katharina Mückstein für neue „Blind ermittelt“-Folgen (ab 28. 12., ORF1).Oder mit Catalina Molina, „eine tolle Frau und Regisseurin“, durch die Komödie „Das Glück ist ein Vogerl“ (16. 12., ORF2). Darin geht es Simon Schwarz als Gitarrenlehrer Franz kurz vor Weihnachten beruflich und privat richtig übel. Für Letzteres sorgt er selbst durch Ignoranz gegenüber Ehefrau Linn. „Mir war aber wichtig, dass sie aufgrund des Beziehungsfrusts nicht nur keift, sondern man auch die Liebe zu ihrem Mann merkt.“ Allerdings braucht Franz, bis er das wahrnimmt. „Männer checken das halt meistens spät“, schmunzelt Aulitzky, die den Dreh genossen hat. "Während eines Drehtages mit Simon wird viel gelacht und man kommt heiter nach Hause."

 

Musik-Vision

 

Für die Schauspielerin läuft es nach „Lena Lorenz“-Ausstieg (2018) und Geburt ihres Kindes richtig gut. „Ich bin sehr happy mit meiner Situation, weil es eine Vielfalt gibt, wie ich sie mir erhofft habe.“ Das heißt, nicht nur Verschiedenstes zu drehen wie jüngst für „Jeanny – Das fünfte Mädchen“. "Es war schön, wieder einmal auf Manuel Rubey zu treffen, es ist das aber kein ,Falco-Revival", betont sie.

Sondern, dass auch Zeit für ihre zweite Leidenschaft, die Musik ist. „Ich bin gerade im Studio, nehme auf. – ich hab jetzt eine recht klare Vision von dem, was ich da machen möchte und dafür auch das richtige Team um mich gefunden. Es wird in die elektronische Richtung gehen.“ Sie arbeitet mit Andreas Lettner, der Lylit produziert. „Das ist spannend und ich freue mich, dass ich Texte, die sich über zehn Jahre angesammelt haben, vielleicht in Liedern erzählen kann.“

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